Wolfurter Rathaus wird ins neue Sozialzentrum integriert

Nach langem Grundstücks-Hickhack hat die Gemeinde eine überraschende Lösung vorgestellt.
Wolfurt Es ist das größte städtebauliche Puzzle der Gemeinde Wolfurt: die Neugestaltung des Zentrums zwischen Bützestraße und L3. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde eine weitreichende Entscheidung getroffen: Das neue Rathaus wird nicht, wie ursprünglich geplant, als Solitärbau gegenüber errichtet, sondern direkt in eines der beiden Gebäude des Sozial- und Nahversorgerzentrums (SNZ) integriert. Hinter der “Optimierung”, die Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger anführt, steckt auch ein juristischer Sachzwang. Wie berichtet, hatte ein langwieriger Grundstücksstreit mit dem Anrainer Chris Alge im Bereich der Kellhofstraße die bisherige Planung blockiert. Daraufhin war der Grundstückstausch rückabgewickelt und der Bebauungsplan angepasst worden, was die Gemeinde etwa 30.000 Euro gekostet hatte.
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Synergien statt Einzelbau
“Durch die Integration des Rathauses in das Ensemble des Sozial- und Nahversorgerzentrums können Synergien in Planung und Bau genutzt werden”, begründet die Bürgermeisterin die Entscheidung. Dadurch spart sich die Gemeinde ein separates Gebäude samt Parkmöglichkeiten. Konkrete Zahlen zur Ersparnis oder zum Gesamtbudget seien derzeit noch nicht final belastbar. Das Investitionsvolumen bewege sich weiterhin im Rahmen der bereits bekannten Größenordnung. Klar ist hingegen die Dimension der Infrastruktur: Die geplante Zentrumsgarage soll rund 100 Stellplätze fassen. Damit will man den Parkdruck im Kirchdorf nehmen und die Erreichbarkeit der neuen Gewerbeflächen sichern.
Fokus auf den Branchen-Mix
Was die Wolfurterinnen und Wolfurter dort genau erwartet, steht noch nicht fest. “Gemeinsam mit der Projekt- und Quartiersentwicklung Schadenbauer arbeiten wir daran, eine tragfähige Grundlage für einen guten Mix an Nahversorgungs- und Dienstleistungsangeboten zu schaffen”, berichtet Moosbrugger. Neben dem Seniorenheim sollen ein Drogeriemarkt, ein Kiosk und kleinere Betriebe das Zentrum beleben.

Einzug für 2031 geplant
Geduld ist dennoch gefragt: Die Fertigstellung des Mammutprojekts wird für das Jahr 2031 anvisiert – etwa fünf Jahre ab heute. Bis dahin müssen die Senioren im in die Jahre gekommenen Heim in der Gartenstraße und die Beamten im alten Rathaus im Strohdorf ausharren. Was mit dem nun nicht genutzten “Rathaus-Grundstück” im Zentrum passiert, ist unklar. Die Gemeinde will die Nutzung “zeitgerecht festlegen” und betont die zusätzlichen Chancen für eine sinnvolle städtebauliche Weiterentwicklung, die die Neuorganisation ergibt.
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Vision Ortszentrum rückt näher
Trotz der Tragweite des Beschlusses verlief die Abstimmung in der Gemeindevertretung fast einmütig. Während die Einbindung des Rathauses einstimmig erfolgte, gab es bei der Empfehlung für den neuen Flächenwidmungsplan lediglich eine Gegenstimme. “Wolfurt arbeitet mittlerweile seit vielen Jahren an der Verwirklichung eines Ortszentrums. Dieses langfristige Ziel wird durch die empfohlenen Widmungen klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht”, bekräftigt die Bürgermeisterin. PPL