Der Bär war los in Brand – und zwar genau hier

VN / 09.06.2026 • 15:41 Uhr
Der Bär war los in Brand – und zwar genau hier
Jagdaufseher Manfred Meyer zeigt auf die Wildkamera. Sie erfasst den Bären mitten in einem Waldgebiet bei Brand.VN/Steurer

Vier Jäger, Wildbiologe Luca Fuchs und die VN waren an jenem Ort, an dem sich der Bär in Brand zu schaffen machte.

Darum geht’s:

  • Braunbär tappt in Fotofalle nahe Brand.
  • Experten suchen nach Bärenspuren, finden ein Haar.
  • Männliches Jungtier wandert, kein Besuch bei Kalbsherden.

Brand Das unwegsame Waldstück, das sich am Ortseingang von Brand steil nach oben zieht, ist an diesem späten Vormittag nicht nur einsame Natur. Fünf Männer stapfen durchs Gelände. Mit einem klaren Ziel. Es geht zu jener Stelle, an der in der Früh ein Braunbär in die Fotofalle tappte. “Wir sind hier”, sagt Jagdaufseher Manfred Meyer (66) nach einem knapp 15-minütigen Aufstieg über Wurzelwerk, Jungbäume, Steine und Moosflächen. Er war es, der gegen halb acht Uhr in der Früh als Erster von der Präsenz eines Bären auf Brandner Gemeindegebiet unterrichtet wurde.

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Bewaffnet auf Spurensuche

Meyer wird begleitet von den Jäger-Kollegen Arno Breuss, Andreas Wiedemann und Markus Schedler sowie von Wildbiologe Luca Fuchs (26). Zwei der Männer haben Gewehre geschultert. Für den Fall, dass …

Der Bär war los in Brand – und zwar genau hier
Jede, auch noch so kleine Spur, die vom Bären stammen könnte, wurde von den Experten im Wald gesammelt.

Aber das tierische Objekt der Begierde ist selbstverständlich bereits über alle Berge. Sofort beginnen Meyer und Fuchs mit der Suche nach Spuren. Genau inspizieren sie den Leckstein, der an einem Baum für das hier vorbeiziehende Reh- und Rotwild angebracht wurde. Etwas weiter unten ist die Wildkamera. Die Kollegen haben ebenfalls wache Augen. “Hier scheint jemand eine ordentliche Fläche Moos abgetragen zu haben”, sagt Markus Schedler und zeigt auf einen kahlen Felsbrocken. Fußspuren eines Bären sind jedoch nicht zu erkennen.

Haare am Leckstein

Am Leckstein macht sich plötzlich Meyer bemerkbar. Er hält ein Haar in die Höhe. “Das könnte doch von ihm stammen”, meint der Jagdaufseher der Jagd Brand 1, in dessen Gebiet der Bär die Kamera passierte. Luca Fuchs nickt. “Ja, das könnte eines sein.” Freilich muss die mutmaßliche Spur noch genetisch ausgewertet werden, um die Annahmen der zwei Experten zu bestätigen.

Die prüfenden Blicke der Weidmänner schweifen rund um die Fundstelle. “Von da muss das Tier wohl gekommen sein”, zeigt Schedler in nördliche Richtung und deutet den Pfad an, auf dem er den Streifzug des faszinierenden Wildtieres vermutet.

Der Bär war los in Brand – und zwar genau hier
Kaum sichtbar und doch so wertvoll. Luca Fuchs und Manfred Meyer mit einem Haar, das mutmaßlich vom Bären stammt. VN

Männliches Jungtier?

Faszinierend. Dieser Begriff kommt auch Arno Breuss, Gatte von Pächterin Barbara Breuss, bei aller Ehrfurcht und Skepsis vor dem mächtigen Raubtier über die Lippen. Die Erleichterung darüber, dass der Bär wieder weg ist, ohne etwas angestellt zu haben, ist dennoch allen Beteiligten anzusehen. “Sind wir froh, dass er nicht der Kalbsherde und den Bienenstöcken unweit von hier einen Besuch abstattete. Sonst gäbe es hier ein großes Problem”, sagt einer aus der Gruppe. Wildbiologe Luca Fuchs erklärt, warum es sich beim Bären um ein männliches Jungtier gehandelt haben muss. “Wir wissen von den Wanderbewegungen der Bären, dass diese vor allem männliche Jungtiere betreffen.”

Der Bär war los in Brand – und zwar genau hier
Die Jäger und der Wildbiologe mussten durch steiles und unwegsames Gelände, um die Präsenz des Bären bestätigt zu finden.VN

“Es ist zu eng hier für einen Bären. Hier gibt es Wald, Landwirtschaft, Bienenstöcke, Touristen. Das ist nix für den Bären”, betont Meyer. Freilich weiß auch er, dass dies alles dem Bären egal wäre, sollte er sich hier wohlfühlen und leicht an Futter kommen.

Bald ist die Arbeit der Fachleute beendet. Es gibt nichts mehr zu finden und zu entdecken. Der Abmarsch Richtung Ort beginnt. Irgendwie scheint Brand nun anders, als es noch gestern war.

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