Im Lustenauer Hasenfeld hieß es: Tauschen statt wegwerfen

Kleidertausch erfreut sich in der Marktgemeinde großer Beliebtheit.
Lustenau Was tun mit gut erhaltener Kleidung, die nicht mehr getragen wird? Die Organisatorinnen des Kleidertauschs in Lustenau haben darauf eine Antwort: Sie setzen sich gegen das frühzeitige Wegwerfen von Textilien ein und veranstalten regelmäßig Tauschbörsen für Kleidung. Am vergangenen Samstag fand das beliebte Event erneut in der Aula der Mittelschule Hasenfeld statt. Gebracht werden konnte alles: von Damen- und Herrenbekleidung über Taschen und Schuhe bis hin zu Kinderkleidung.

Nachhaltige Alternative zum Wegwerfen
„Ich finde Kleidertauschbörsen einfach genial. Dieses Mal habe ich vor allem Kinderkleidung vorbeigebracht und auch wieder neue Stücke gefunden“, berichtet Teilnehmerin Stephanie begeistert. Seit der Schließung des Second-Hand-Geschäfts „Pinoccio“ in Lustenau muss sie kreativer werden. Sie bringt die zu klein gewordene Kleidung ihrer Kinder in Second-Hand-Läden der Umgebung, das ist jedoch deutlich aufwändiger als zuvor, da sie dadurch weitere Wege in Kauf nehmen muss. Doch den Aufwand nimmt sie gerne auf sich. „Auch wenn wir die Sachen nicht mehr gebrauchen können, freut sich jemand anderes darüber“, ist sie überzeugt. Auch Lydia ist vom Angebot begeistert. Sie reiste eigens aus Thal bei Sulzberg an, um das eine oder andere Kleidungsstück oder Accessoire zu finden.

Bessere Organisation durch Kleiderständer
Helga Kräutler organisiert gemeinsam mit ihrem Team ehrenamtlich den Kleidertausch in Lustenau. Und das verlangt gute Planung. Bereits am Vortag konnten Interessierte ihre nicht mehr benötigte Kleidung in der Mittelschule Hasenfeld abgeben. Das Team sichtete die Stücke und präsentierte sie auf Kleiderständern, die von der Umweltabteilung der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurden. „Die Ständer haben uns die Arbeit dieses Mal sehr erleichtert. Wir waren viel schneller beim Herrichten, mussten weniger schleppen und konnten die Kleidung schön präsentieren“, freut sich Helga Kräutler.

Persönliche Motivation und Gemeinschaft
Sabine Meinhart unterstützt die Organisation des Kleidertauschs seit mehreren Jahren ehrenamtlich. „Die Leute sehen, wie viel Potenzial in gut erhaltener Kleidung steckt. Es entstehen Modeschauen, Fremde kommen ins Gespräch und beraten sich gegenseitig – das ist einfach schön“, erzählt sie. Die Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist für sie ansteckend. Sie selbst hat seit über fünf Jahren keine neue Kleidung mehr gekauft, sondern tauscht lieber. Den Organisatorinnen ist es wichtig zu betonen, dass jede und jeder willkommen ist, unabhängig davon, ob man selbst etwas mitbringt oder nicht. „Uns geht es vor allem um Nachhaltigkeit und einen optimalen Warenfluss“, erklärt Helga Kräutler. Aufgrund der großen Nachfrage ist bereits ein weiterer Kleidertausch im November geplant, der dritte in diesem Jahr. Das Konzept des Kleidertauschs erfreut sich in Lustenau wachsender Beliebtheit. BVS
