Open-Air-Messe am Wälder Vorsäß

Benefizierung der Vorsäßgenossenschaft Hintere Hopfreben.
Schoppernau Bei strahlendem Kaiserwetter versammelten sich am Sonntag zahlreiche Gläubige und Interessierte zur Benefizierung der Vorsäßgenossenschaft Hintere Hopfreben. Die feierliche Veranstaltung lockte viele Besucher aus dem Bregenzerwald und anderen Landesteilen an.
Benefizierung, ein alter Brauch
Vor der beeindruckenden Kulisse der umliegenden Bergwelt wurde die Benefizierung (feierliche kirchliche Segnung) zu einem besonderen Fest des Glaubens, der Tradition und der Gemeinschaft. Die Messe zelebrierte Pfarrer Johannes Kolasa aus Schoppernau.

Ein besonderer Moment der Feier war das Entzünden des Rauchfeuers durch Michael Ritter: “I hob einfach Toos mit Azünder verbrennt, dass as ghörig rücht.” Der junge Bregenzerwälder ließ damit einen Brauch aufleben, der seit Jahrhunderten mit kirchlichen Segnungen verbunden ist. Der aufsteigende Rauch verlieh der Benefizierung eine zusätzliche symbolische Kraft und erinnerte an die enge Verbindung zwischen Glauben, Natur und bäuerlicher Kultur.

Franz Michael Felder verbrachte schöne Zeiten im Vorsäß
Für die musikalische Umrahmung sorgten Lucia Hinteregger und ihre Schwester Hemma Bildstein mit Regine Sohm. Ihr Auftritt erhielt noch eine zusätzliche historische Note: Die beiden erstgenannten Sängerinnen sind Nachfahren des Bregenzerwälder Dichters, Bauern und Sozialreformers Franz Michael Felder. Felder verbrachte viele Sommer in Hinterhopfreben und fand auf dem Vorsäß jene heiteren und unbeschwerten Stunden, die einen wohltuenden Kontrast zum oft mühevollen Leben bildeten. Sein autobiografisches Werk “Aus meinem Leben” zeugt davon.

Für die Vorsäßgenossenschaft bedankte sich Obmann Christian Ritter gemeinsam mit seiner Frau Marita und Sohn Michael bei Pfarrer Johannes (“Bi dir hat ma einfachs s’Gfühl, dass geen iarkunnscht”), beim Chor und allen Helfern, die zum Bestand und zur Erhaltung des “Schmuckstücks” (Kapelle) und zur Gestaltung der Messe beigetragen hatten.
Nach dem Gottesdienst nutzten viele Besucher die Gelegenheit zum Austausch und zum gemütlichen Beisammensein. Bei eindrucksvoller Fernsicht und zahlreichen Gesprächen klang die Feier in geselliger Atmosphäre aus. Viele der Helfer und Gäste trafen sich danach noch zu Speis und Trank im Gasthaus Bad Hopfreben, wo die Wirtsleute eine Grillpartie vorbereitet hatten. MSO






