Sarah Bont unterstützt Kinder in der Umsetzung ihres Potenzials

Vorarlberg / 16.07.2019 • 07:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sarah Bont ist Zirkuspädagogin. BI

Freiräume für Kinder und Jugendliche schaffen.

Ludesch „Zirkus hat mich schon immer interessiert. Schon als Kind und später als Jugendliche übte Akrobatik eine ganz eigene Faszination auf mich aus. Dies führte dazu, dass ich eine zweijährige Ausbildung zur Zirkuspädagogin absolviert habe. Es ist die ungeheure Vielfalt, wie etwas dargestellt werden kann, das ich am Zirkusgeschehen so anziehend finde“, erklärt Sarah Bont. In der Ausbildung habe sie neben der Clownerie und den artistischen Künsten die „Figuration“, eine Abspaltung der Pantomime, am meisten beeindruckt.

Chemielehre

Offen für Neues war die 35-jährige Pädagogin immer schon. Nach einer Lehre als Chemielaborantin bei der Firma Getzner in Bludenz absolvierte sie eine Heilpraktiker-Ausbildung in Deutschland, in Graz folgte eine Ausbildung zur Heilmasseurin. Es wurde ihr aber schnell bewusst, dass ihr Fokus eher im Unterrichten lag. „Ich habe gemerkt, dass ich die Dinge recht präzise erklären kann und es mir Freude macht, meine Erfahrungen weiterzugeben. So habe ich in der Schlossschule in Graz auch noch die Lehrerausbildung für Masseure besucht, “ erklärt die ambitionierte junge Frau. Nachdem sie auch dieses Berufsziel umgesetzt hatte, entschloss sie sich, reisen zu gehen.

Weltreise und Sesshaftigkeit

„Asien, Mittelamerika und Marokko – das waren meine Reiseziele. Die Freiheit, in jedem Augenblick entscheiden zu können, was ich gerade tue – ob ich bleibe oder ob ich weiterreise – habe ich sehr genossen. Und ich habe auch erkannt, dass materielle Dinge nicht so wichtig sind, sondern dass der Augenblick zählt“, schwärmt sie. Zurück in Vorarlberg war sie wiederum selbstständig als Masseurin tätig. Sohn Elijah wurde geboren, die Familiengründung führte zur Sesshaftigkeit.

Zirkus

Aber Sarah Bont blieb sich auch selbst treu. Schon vor der Schwangerschaft hatte sie eigene Konzepte für die Luftakrobatik entwickelt. Und vor vier Jahren entschloss sie sich, ihre Leidenschaft für den Zirkus im Rahmen einer Ausbildung umzusetzen. „Bei den Zirkusprojekten wird für Kinder ein Raum geschaffen, in dem Kinder lernen, sich selbst auszuprobieren, kalkulierbare Risiken einzugehen und sich selbst zu erfahren. Außerdem bietet Zirkus nicht nur für sportliche Kinder ein interessantes Angebot. Kinder, die in einem ‚normalen‘ Turnunterricht als eher unsportlich eingestuft werden, können im Zirkus zu Höchstleistungen angespornt werden. Es gibt keine Konkurrenzsituation, keine Gewinner – sondern die Leistung der Gruppe zählt“, erläutert sie ihr Konzept.

Bewegung sehr wichtig

Sie sei ein Bewegungsmensch: „Ich brauche Bewegung für mein Seelenwohl. Dabei bin ich nicht sportfanatisch. Aber ein Spaziergang im Wald entspannt mich. Außerdem bin ich gerne auf dem Einrad oder mit Rollerblades unterwegs.“ Körperbalance und Koordination sind weitere wichtige Elemente für sie. Aber nicht nur für sie selber, sondern auch in der Umsetzung bei Kindern: „Heute haben Kinder vielfach Bewegungsdefizite. Wobei es sehr wichtig ist, sich zu bewegen. Durch gezielte Körperbewegung werden sowohl die Konzentrationsfähigkeit als auch die Kreativität und die Eigenmotivation gefördert, aber auch selbstständiges Handeln erlernt“, zeigt sich Sarah Bont überzeugt und weiter: „Interessierte können sich jederzeit unter sarah.bont@gmx.at melden.“ BI