Zwangsversteigerung: Lecher Luxus-Chalets unterm Hammer

Vorarlberg / 18.07.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So hat der Bauherr für sein Immobilienprojekt geworben. Drei der vier Chalets stehen jetzt allerdings vor der Zwangsversteigerung. EDIKTE.JUSTIZ.GV.AT

Mehr als zwölf Millionen Euro: Am 1. August sollen drei Chalets am Bezirksgericht Bludenz versteigert werden.

Lech Die Immobilienpreise in Lech gehen seit Jahren durch die Decke. Mit Quadratmeterpreisen von 20.000 Euro und mehr für Wohnungen sind neue Rekordwerte erreicht. Allerdings kann längst nicht jeder Bauherr vom Immobilienboom im Nobelort profitieren, wie ein jüngstes Beispiel zeigt. Statt gutbetuchter Interessenten machten sich zuletzt Gerichtsvollzieher und Gutachter ein Bild von „Schöner Wohnen“ in Bestlage. Für sie öffneten sich die Türen zu drei Luxuschalets in Strass, nur 500 Meter vom Ortszentrum entfernt. Im Gutachten wurde später vermerkt, es handle sich um Objekte mit unterschiedlichen Fertigstellungsgraden. „Überwiegend bezeichnet der Begriff Edelrohbau die Gegebenheiten“, so der Wortlaut.

Die Außenarbeiten scheinen abgeschlossen. Innen sind die Gebäude teils noch „Edelrohbau“.

Edel mutet auch die amtliche Beschreibung der drei Chalets an. Gespart wurde an nichts. Die schicken Häuser verfügen über alle möglichen Annehmlichkeiten von Weinkeller bis Kino. Aufzüge gibt es ebenso wie Pool und Fitnessräume. Das hat freilich seinen Preis. So sollen die nicht fertiggestellten Gebäude inklusive der Garagen- und Abstellplätze laut Gutachter einen Schätzwert von zusammen 12,7 Millionen Euro haben.

Versteigerung in Bludenz

Das Bauprojekt datiert ein paar Jahre zurück und ist umfangreich. 2015 wurde mit der Gesamtbebauung begonnen. Neun Objekte, vier davon in Form von luxuriösen Chalets, wurden errichtet. Bei dreien ist die Finanzierung aus dem Ruder gelaufen. Auf Betreiben der Hypo Vorarlberg Bank wurde jetzt eine Zwangsversteigerung erwirkt. Sie soll am 1. August um 9 Uhr am Bezirksgericht Bludenz über die Bühne gehen. Als geringstes Gebot sind 6.375.000 Euro festgelegt.

Zum Teil ist der Ausbau bereits erfolgt.

Statt Geldsegen mit dem Verkauf der Luxusimmobilie hat der einheimische Bauherr mittlerweile mächtig Ärger. Schon im Vorfeld gab es im Nobelort offensichtlich Irritationen. So sollen die Chalets etwa in britischen Zeitungen inseriert worden sein, mit einem Kaufpreis, der mögliche Strafzahlungen für Verstöße gegen das Raumplanungsgesetz bereits inkludiert hatte. Mitarbeit: Tony Walser

Zwangsversteigerung

Termin 1. August, 9 Uhr

Ort Bezirksgericht Bludenz, 1. Stock, Zimmer 27

Hinweis Versteigerungen können kurzfristig abgesagt werden, wenn es zu einer außergerichtlichen Lösung kommt. Interessierte können sich kurz vor dem Termin auf edikte.justiz.gv.at informieren.