Littering im Mülltrennungs-Musterländle

Vorarlberg / 30.07.2019 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Littering-Problem in Lochau 2018: drastische Maßnahmen wurden nötig.

Wie wir zu einem kollektiven Bewusstsein für „Ursache und Wirkung“ kommen.

LOCHAU Dass wir uns nicht länger mit Schuldzuweisungen und Wortklauberei im Thema Natur- und Klimaschutz aufhalten sollten, dürfte in einer aufgeklärten Zivilgesellschaft sonnenklar sein. Lösungen, die es zuhauf gibt, müssen aktiv angegangen werden – gemeinsam. Stichworte: „Plant for the planet“-Bewegung für sortenreiche Aufforstung in „essbaren“ Landschaften und Green-Citys, ökologisch-soziale Steuerreformen gehören sofort in Regierungsprogramme, politische Rahmenbedingungen für lebbare Naturkreisläufe müssen geschaffen werden, Forschung und Know-how sowie mutige Innovationen kluger Köpfe in unseren Unternehmen bringen zukunftsweisende Ökotechnologien hervor, wir müssen den „kollektiven Egoismus“ hinter uns lassen und zu einem „kollektiven Bewusstsein“ für planetarische Prozesse kommen – und uns entsprechend verhalten, wir müssen Lebensmittel giftfrei, regional und saisonal produzieren, im Einklang mit der Natur – und aufs Tierwohl achten. Im Rahmen unseres Zukunftsprojekts „VN-Klimaschutzpreis“, der auch 2020 wieder vergeben wird, laden wir am 3. September ab 18 Uhr zum VN-Klimaschutz-Vortrag mit Podiumsdiskussion zum Thema „Littering/Abfallvermeidung/100 % Recycling“ bei freiem Eintritt auf die „Alte Fähre“ im Lochauer Schwarzbad ein. Im Impulsreferat versucht der Obmann des Umweltverbandes, Bgm. Rainer Siegele (Mäder), die Frage „Warum Littering im Mülltrennungs-Musterländle nach wie vor ein großes Thema ist“ zu erörtern.

„Vorarlberg ist eines der besten Länder der Welt was die Mülltrennung anbelangt. Gerade deshalb ist es verwunderlich, dass Littering ein so großes Thema ist. Der Umweltverband hat bereits vor Jahren eine Petition an den Bund gerichtet, in der verlangt wird, dass auf Getränkeverpackungen Pfand eingehoben wird. Dass so ein System funktioniert, sieht man bei Bier und Mineralwasser. Unser Ziel diesbezüglich ist es, Einwegverpackung – und da vor allem Einwegkunststoffverpackung – möglichst zu verhindern.“ Für Umweltlandesrat Johannes Rauch geht es generell um den Umgang mit Ressourcen – speziell in unserem Wirkungsbereich: „In Vorarlberg haben wir ein hohes Niveau an Recycling, trotzdem gibt es noch mehr zu tun. Zwei Fragen gilt es vor allem zu beachten: Was wird wie produziert und in welcher Menge? Und wie gehen wir mit vermeintlichem Abfall um? Es gibt viele Vorschriften, was das achtlose Wegschmeißen von Abfall angeht, Stichwort Littering. Was es braucht, ist eine Schärfung des Bewusstseins – bei Jung und Alt. Achtloses Wegschmeißen gefährdet Natur, Umwelt und somit auch uns Menschen. Deswegen bin ich auch für Pfand auf Einweg-Getränkeflaschen. Ein Schwerpunkt muss aber auch beim Produktdesign liegen, also beim Hersteller. ReUse-Initiativen und Repaircafés sind großartige Möglichkeiten, um zu retten, was möglich ist, und den Umgang mit unseren Ressourcen zu verbessern.“

Daher diskutieren am Podium DI Christoph Ortner, der Verantwortliche für Umwelt, Sicherheit & Qualität bei Loacker Recycling, der ALPLA Recycling-Experte Karl Hagspiel, MSc. Betr. oec. Mario Wintschnig, Manager Corporate Responsibility, Strategy & Transformation für die Zumtobel Gruppe, Rainer Siegele und Johannes Rauch zum Themenbereich „Wie schaffen wir gemeinsam ein Leben und Wirtschaften im Naturkreislauf mit 100 % Recycling bei null Emissionen?“ VD