Altacher stimmen über Kiesprojekt ab

Vorarlberg / 13.08.2019 • 14:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Max Hartmann und Bernhard Weber von der grünen Bürgerliste Altach übergaben am Dienstag über 1100 Unterstützungserklärungen an den Leiter der Wahlbehörde, Bürgermeister Gottfried Brändle. VN/Lerch
Max Hartmann und Bernhard Weber von der grünen Bürgerliste Altach übergaben am Dienstag über 1100 Unterstützungserklärungen an den Leiter der Wahlbehörde, Bürgermeister Gottfried Brändle. VN/Lerch

Schon vor Ablauf der Frist konnten über 1100 Unterstützungserklärungen übergeben werden. Volksabstimmung im Spätherbst.

Gernot Schweigkofler

Altach Dass die Altacher Bevölkerung über das viel diskutierte Kiesprojekt (die Gemeinde Götzis plant , auf einem Grundstück im Altacher Gemeindegebiet große Mengen Kies abzubauen) im Bereich wischen Sauwinkel und Götzner Hof abstimmt, darüber herrscht jetzt kein Zweifel mehr. Denn die Initiatoren Bernhard Weber und Max Hartmann haben am Dienstagvormittag eine erste Tranche an Unterstützungserklärungen abgegeben. Es waren 1152 Unterschriften, also deutlich mehr als die geforderten rund 730 Unterstützer. „Es sind aber noch einige Listen im Umlauf“, erklärt Weber, es werden also noch mehr Stimmen werden. Auch Bürgermeister Gottfried Brändle ist überzeugt, dass eine Volksabstimmung ansteht. Er wird als Leiter der Wahlbehörde die Überprüfung der eingegangenen Erklärungen starten; am 26. August, dem Stichtag, werden aber nochmals Zettel nachgereicht, erst dann beginnt die offizielle Frist von zwei Wochen für die Überprüfung durch die Gemeinde. Brändle geht davon aus, dass zwischen Mitte November und der ersten Dezemberwoche das Altacher Volk befragt werden wird.

„Die Diskussion läuft in Altach auf einem sachlichen Niveau ab.“

Bernhard Weber, Initiator Volksabstimmung

Das Sammeln der Unterstützungserklärungen sei gut von der Hand gegangen, erzählt Weber. Die grüne Bürgerliste Altach habe mit einem Kernteam von zehn bis 15 Mitstreitern begonnen, dann habe sich aber das Sammeln schnell verselbstständigt, viele Altacher hätten von sich aus weitere Unterstützungserklärungen gesammelt. „Die Diskussion läuft in Altach auf einem sachlichen Niveau ab“, schildert Weber seine Eindrücke, es gebe Gegner und Befürworter des Projekts, Gräben würden aber keine aufgerissen. Wie die Abstimmung ausgehe, das sei offen, vieles hänge nun vom Abwägen der Fakten im Vorfeld ab. „Wir wollten nicht die Gemeindestrukturen entscheiden lassen, sondern die Bevölkerung einbinden“, schildert er seine Beweggründe.

„Ein bisschen populistisch“

Bürgermeister Brändle ist kein Gegner der Volksabstimmung. Aber er kritisiert das Vorgehen der Bürgerliste als „ein bisschen populistisch“. Brändles Versuch, in der Gemeindevertretung einen All-Parteien-Beschluss für die Volksabstimmung zu erzielen, war – auch an eigenen Mandataren – gescheitert. Dass die Verkehrsproblematik gelöst gehöre, da stimme er mit den Grünen überein. Bis zur Abstimmung werde es aber kein fixfertiges Projekt geben, so etwas könne ein/zwei Jahre dauern.

„Wir geben uns fünf Jahre, um ein Konzept zu erarbeiten. Sollte dann keine Lösung in Aussicht sein, dann stoppen wir den Abbau“, ist sein Vorschlag an die Bevölkerung. Die große Verkehrszunahme würde ja erst nach zehn Jahren erfolgen, wenn mit dem Einlagern im ersten abgebauten Kiesfeld begonnen wird.
Ob das Projekt tatsächlich eingereicht wird, liegt nun an der Götzner Gemeindevertretung. Es liege ein Verhandlungsergebnis zur Teilung der Einnahmen vor, das müsse nun aber der Eigentümer (Marktgemeinde Götzis) annehmen. Zum Verhandlungsergebnis möchte sich Brändle vor dieser Annahme nicht öffentlich äußern.