Mechanikermeister tappte in „Pickerl-Falle“

Vorarlberg / 05.11.2012 • 22:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Prüfplaketten werden öfters zu Unrecht ausgestellt. Foto: symbolbild
Die Prüfplaketten werden öfters zu Unrecht ausgestellt. Foto: symbolbild

Werkstättenbetreiber aus dem Oberland wurde wegen Amtsmissbrauchs verurteilt.

feldkirch. (VN-ec) In regelmäßigen Abständen müssen sich Mechanikermeister wegen zu Unrecht ausgehändigter Prüfplaketten vor Gericht verantworten. Das Gesetz verlangt beim Amtsmissbrauch, dass die Amtsperson wissentlich falsch gehandelt hat. Also zum Beispiel im Rahmen eines Freundschaftsdienstes beide Augen zugedrückt hat. So gut wie immer wird Wissentlichkeit vom Schöffensenat angenommen, eine Verurteilung ist dann unumgänglich.

So auch bei jenem Oberländer, der sich gestern Vormittag vor Gericht verantworten musste. Im gegenständlichen Fall geht es um zwei Autos, die im Bodenbereich offenbar starke Verrostungen aufwiesen. Bodenplatte, Federdom, Schweller – alle Teile erheblich verrostet, heißt es in der Urteilsbegründung.

Erst Mängel beanstandet

Bei dem blau lackierten Golf, der scheinbar sportlicher aussah als er war, beanstandete der Angeklagte zunächst einige Mängel und der Besitzer nahm das Fahrzeug nochmals mit. Er kam wieder und bekam die Plakette.

„Mag sein, dass mein Mandant hier schlampig gearbeitet hat, aber wissentlich bevorzugt hat er niemanden“, betont Verteidiger Marco Fiel. Für ihn ist es auf jeden Fall ein Unterschied, ob jemand aus Freundschaft Mängel einfach bewusst unter den Tisch kehrt oder etwas übersehen hat.

Angeklagter wird verurteilt

Dem Oberländer, der seit dreißig Jahren Plaketten vergibt, glaubt man nicht. Die Verteidigung betont zwar, dass hier kein Naheverhältnis zu den Kunden vorlag und dass bei der Beurteilung eines Mangels naturgemäß immer ein gewisser Spielraum bleibt. Dennoch wird der Beschuldigte wegen Amtsmissbrauchs verurteilt und muss eine Geldstrafe von 1440 Euro bezahlen.

Mildernd war die Unbescholtenheit, erschwerend, dass es zwei Fahrzeuge waren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.