Barrieren gemeinsam niederreißen

Vorarlberg / 06.11.2012 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die „Kanape-Teenachmittage“ sind gut besucht. Foto: stadt
Die „Kanape-Teenachmittage“ sind gut besucht. Foto: stadt

Dornbirns Leitbild für Integration heute vor 10 Jahren beschlossen. Barrieren bleiben hoch.

DORNBIRN. Dornbirn wächst und wächst und wächst. Damit steigert sich auch die kulturelle Vielfalt. Von den mittlerweile 48.605 Einwohnern entstammen 7275 ausländischer Herkunft. Um zukünftigen Konflikten vorzubeugen, beschloss man in Dornbirn deshalb exakt heute vor 10 Jahren als eine der ersten Kommunen im Land ein Leitbild für Integration.

So wurden eine eigene Fachstelle für Integration eingerichtet und ein politisches Referat geschaffen. Ins Zentrum der Bemühungen wurde der Spracherwerb gerückt. „In den vergangenen sieben Jahren konnte durch Sprachförderkurse bereits mehr als 500 Kindern der Einstieg in den Kindergarten und später in ihre Bildungslaufbahn erleichtert werden“, fasst Integrations-Stadtrat Werner Posch (S) zusammen.

Frauen verschiedener Kulturen werden regelmäßig an den „Kanape-Teenachmittagen“, welche seit sechs Jahren durchgeführt werden, zusammengebracht. „Bei diesen Veranstaltungen werden die Frauen über Themen wie Erziehungsfragen, das Bildungssystem, Gesundheitsfragen und vieles mehr informiert“, erklärt Posch.

„Bewusstsein fehlt“

Die Dornbirner Bevölkerung werde weiterhin verstärkt zum Thema Integration informiert werden, versichert der Stadtrat. Ziel solle es sein, die Chancen und positiven Seiten des Zusammenlebens verschiedener Bevölkerungsgruppen bewusst zu machen. Das sei es auch, sagt Integrationsbeauftragte Elisabeth Planinger, woran es derzeit hapere. Im Integrationsleitbild sei zwar verankert, dass auch die Migranten aktiv werden sollen. Wirklich erwünscht sei es in der Bevölkerung aber nicht, wie sich nun herausstellt, da die Migranten wirklich aktiv werden. „Deshalb kommen derzeit viele Berührungspunkte zum Vorschein. Wir müssen nun daran arbeiten, bis das Bewusstsein in der Bevölkerung da ist, dass es nur miteinander geht“, sagt Planinger, die schon vor zehn Jahren bei der Schaffung des Integrationsleitbildes mitwirkte. „Mit Ausgrenzung und Hetze können Probleme bei der Integration nicht gelöst werden, auch wenn manche leider dieser Meinung sind“, sagt Posch.

Auch wenn genau heute vor zehn Jahren der Beschluss gefasst wurde, sollen Feierlichkeiten erst im Frühjahr stattfinden. Wenn es nach dem Stadtrat geht, mit einer Integrationsplattform. „Mit ihrer Hilfe könnten Ängste und Vorurteile abgebaut werden“, ist der SP-Stadtrat überzeugt.