Von allerlei 0, 1, 2 oder 3 Eierleien

Vorarlberg / 23.11.2012 • 19:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für die Cookies weiße Schokolade fein und geröstete Mandeln grob hacken.
Für die Cookies weiße Schokolade fein und geröstete Mandeln grob hacken.

Warum es gut ist, dass nicht nur Kühe Ohrringe, sondern auch Eier Stempel tragen . . .

Eier. Es ist ganz einfach: Rinder ohne gültige amtliche Ohrmarken dürfen nicht zur Schlachtung zugelassen und geschlachtet werden, da vor der Schlachtung keine eindeutige Identifikation möglich ist. Denn so ist nachvollziehbar, woher diese vielen Kilos Fleisch und Knochen kommen. Man kann so nachvollziehen, was sie fraßen, wie sie gehalten und behandelt wurden (näher möchte ich jetzt nicht darauf eingehen, ich höre die Glocken schon bimmeln …)

Ihr lieben LeserInnen findet das jetzt sicher ein furchtbar langweiliges Vor-Weihnachts-Thema. Aber so ist es nun mal, man backt im Dezember eben viele, viele Kekse, und viele davon eben auch mit – Eiern! Nun zum Stempel: Wir waren letzthin wo frühstücken (wir mögen das, man nimmt das aus der Urbanität einfach mit), nicht unbedingt was Besonderes … was aber für uns immer dabei sein muss: ein weiches Ei … wachsweich, mit einer Scheibe Brot mit g’scheit Butter drauf … herrlich. Für mich ein sicherer Beweis, dass das Wochenende begonnen hat. Da es nicht in der Frühstückskarte vermerkt war, fragten wir nach, ob es eines gäbe, voilà, zehn Minuten später standen sie auf dem Tisch … und, neugierig, wie ich bin, wollte ich wissen, ob ich mir nun ein Bio-Freiland- oder einfach ein Freiland-Ei genehmige. Der Schock war groß, als ich bei der Kennzeichnung ganz vorne eine „3“ las. Wir alle wissen es: Die erste Ziffer gibt Aufschluss darüber, ob das Huhn nun als Bio-Freiland (0), Freiland (1), in Bodenhaltung (2) oder im Käfig (3) gehalten wurde. Und auch das wissen wir: Letzteres ist in Österreich seit Anfang 2009 verboten. Warum man immer noch Dreier auf Eiern findet? Weil zwar die brutalste Form der Käfighaltung in Österreich verboten wurde, nicht aber die Haltung von Legehennen in sogenannten ausgestalteten Käfigen. In diesen nicht ganz so grauslichen Käfigen haben die Hennen ein bisschen mehr Platz, eine Plastikmatte zum Scharren, eine Stange zum Sitzen und so etwas wie einen Nestbereich zum Eierlegen. (Quelle: http://help.orf.at/stories/1696559). Erst 2020 (!!!) ist diese Art der Hühnerhaltung endgültig verboten.

Ich frage nun: Wollen wir wirklich mit solchen Eiern unsere Christstollen und Weihnachtskekse backen? Die unsere Jüngsten mit größter Lust und Freude vernaschen? Und wir selbst? Wollen wir solche Spezereien weiterschenken an unsere Freunde und Verwandten? Man sagt, Weihnachten ist die besinnlichste Zeit im Jahr. Vielleicht sollten wir uns dazu auch ein paar Gedanken mehr machen als nur zu den schönen Dingen …

Wenn mich jemand sucht, ich bin beim Windbacken.

Die Teigwürste in Scheiben schneiden.
Die Teigwürste in Scheiben schneiden.
Die Cookies eignen sich in der Weihnachtszeit auch hervorragend als kleines Präsent. Foto: VN/B. Hofmeister
Die Cookies eignen sich in der Weihnachtszeit auch hervorragend als kleines Präsent. Foto: VN/B. Hofmeister

Zutaten & Zubereitung (für 4 Portionen)

225 g weiche Butter

225 g Zucker

2 Eier

1TL Vanillezucker

275 g glattes Mehl

1 gestr. TL Backpulver

Prise Salz

150 g fein gehackte weiße Schokolade

150 g grob gehackte geröstete Mandeln

Butter mit Zucker hell aufschlagen, dann nach und nach die 2 Eier

dazugeben, wieder hell aufschlagen. Vanillezucker, Mehl, Salz und

Backpulver einrühren, dann die Schokolade und die Mandeln untermischen,

20 Minuten kühlstellen.

2 „Teigwürste“ rollen, Scheiben herunterschneiden und auf ein mit

Backpapier versehenes Blech setzen, mit jeweils genug Abstand, da die

Kekse noch auseinandergehen. Bei 160 °C ca. 10 bis15 Minuten backen.

Denise Amann ist Küchenchefin im Restaurant „st‘ill“ in Feldkirch
(Vorstadt 12); Öffnungszeiten: Di. bis Do. von 12 bis13.30 Uhr, Mi. bis Sa. von 18 bis 24 Uhr, So. und Mo. Ruhetag; www.restaurant-still.at