Migrant und Florianijünger

Vorarlberg / 25.11.2012 • 21:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kennedy ist seit 2011 Mitglied bei der örtlichen Feuerwehr in Lochau. Foto: VN/Bösch
Kennedy ist seit 2011 Mitglied bei der örtlichen Feuerwehr in Lochau. Foto: VN/Bösch

Integration durch Einsatz: Uyi Kennedy Uhunamura ist Mitglied der Lochauer Feuerwehr.

Lochau. Sein vollständiger Name ist für viele schwer auszusprechen, deshalb rufen ihn seine Kollegen von der Feuerwehr einfach nur „Kennedy“, was ihm nichts ausmacht. Uyi Kennedy Uhunamura kommt ursprünglich aus Nigeria. Mit seiner dunklen Hautfarbe und den Rasta-Locken sticht er zwischen seinen Kollegen hervor. Seit acht Jahren ist der heute 32-Jährige in Österreich. In einem Bregenzer Lokal lernte er damals eine Lochauerin kennen und lieben. Die beiden heirateten 2005 und haben heute zwei gemeinsame Kinder. So verschlug es Kennedy nach Lochau und letztendlich zur dortigen Ortsfeuerwehr.

Kurz fordert Ehrenamt

Geht es nach den Vorstellungen des Staatssekretärs für Integration, Sebastian Kurz, können ausgezeichnet integrierte Migranten die Staatsbürgerschaft in Zukunft nach sechs Jahren erlangen. Eines der Kriterien für ausgezeichnete Integration hierzu­lande ist die Mitarbeit bei einer Freiwilligenorganisation über den Zeitraum von drei Jahren. Dass es in Vorarlberg Beispiele für ein solches ehrenamtliches Engagement von Migranten gibt, beweist der gebürtige Nigerianer Uyi Kennedy Uhunamura.

Er erzählt, dass er schon als Kind davon träumte, anderen Menschen zu helfen. Seit er einmal bei einem Verkehrsunfall als Ersthelfer eingriff, weiß er, wie wichtig Hilfe in solchen Situationen ist. „Ich ging zur Feuerwehr, um so den Menschen helfen zu können“, bekräftigt Kennedy. Da er in der Nähe des Feuerwehrhauses wohnt, kann er im Ernstfall schnell zu einem Einsatz eilen. Bei der Lochauer Löschmannschaft gefällt es ihm „tipptopp“, schmunzelt er. „Wir haben viel Spaß und die Kollegen sind für mich wie eine Familie“, schwärmt der Afrikaner. Er ist nun genau seit einem Jahr und zwei Monaten bei der Feuerwehr und war schon bei einigen Einsätzen dabei. Natürlich will er bei den Florianijüngern bleiben und fühlt sich „wie einer von ihnen“. In der Feuerwehr schätzt er die Zusammenarbeit und Kollegialität. Nachteile oder gar Abschätzigkeit ihm gegenüber hat er nie erfahren. Er wird respektiert.

Kommandant sehr zufrieden

Das bestätigt auch Guntram Matt, Kommandant der Lochauer Feuerwehr. „Wir haben Kennedy aufgenommen, wie wir jeden anderen auch bei uns aufnehmen. Die Staatsbürgerschaft oder Herkunft ist für uns dabei nicht wichtig. Wir haben in unserer Feuerwehr schon früher Migranten gehabt und gute Erfahrungen gemacht“, führt Matt aus. Die Mehrsprachigkeit sei oftmals sogar ein Vorteil. Natürlich hätte man sich am Anfang etwas anpassen müssen und hin und wieder in Englisch miteinander unterhalten. „Kennedy ist sehr aktiv. Wir könnten mehr Leute wie ihn bei uns brauchen“, lobt der Feuerwehrkommandant dessen Einsatz. Auch Kennedys Frau gefällt sein Engagement und die beiden Kinder seien stolz auf den Papa.

Lochau ist sein Zuhause

Kennedy arbeitet bei der Beschlägefirma Blum in Höchst. Er ist gläubiger Katholik und seit fünf Jahren auch Ministrant. Das sei er schon in Nigeria gewesen, in Lochau ist er mit seinen 32 Jahren allerdings der älteste.

„Ich wohne hier und bin in Lochau daheim. Ich möchte auch etwas für die Dorfgemeinschaft tun“, betont Kennedy, der sich um die österreichische Staatsbürgerschaft bemüht. Er konnte aber bislang, wie er sagt, die schweren Staatsbürgerschaftstests „noch nicht positiv absolvieren“. Der zweifache Familienvater ist seit 14 Monaten bei der Feuerwehr und würde demnach das Anerkennungskriterium des Ehrenamts 2014 erfüllen. „Lochau ist mein Platz“, das steht für Kennedy fest.

Ich möchte auch etwas für die Dorfgemeinschaft tun.

Uyi Kennedy Uhunamura