Millionenbetrug für den Verein

Vorarlberg / 25.11.2012 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alkohol am Steuer: Nach diesem Unfall im März 2012 musste der AWD-Berater seinen Führerschein bei der Polizei abgeben. Foto: D. Mathis
Alkohol am Steuer: Nach diesem Unfall im März 2012 musste der AWD-Berater seinen Führerschein bei der Polizei abgeben. Foto: D. Mathis

Vorarlberger brachte AWD-Anleger um 2,9 Mill. Euro. 1,5 Millionen sollen in seinen Fußballklub geflossen sein.

Innsbruck, Feldkirch. An Dreistigkeit kaum zu überbieten ist wohl ein bekannter Vorarlberger Vermögensberater, der einst im Dienste des AWD (Allgemeiner Wirtschaftsdienst) stand.

Am Mittwoch dieser Woche muss sich der 57-Jährige nämlich wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs, Veruntreuung und Untreue am Innsbrucker Landesgericht – und nicht in Vorarlberg – ­verantworten, da er auch nicht davor zurückgeschreckt war, einen hohen Justizmitarbeiter aus dem Ländle übers Ohr zu hauen. Die Hintergründe sind kurios und könnten verfilmt werden: So war der Vermögensberater Präsident des FC Koblach, in den er innerhalb von ein paar Jahren laut Anklage nicht weniger als 1,5 Millionen Euro gepumpt hat.

Büro als Millionengrab

Dazu hatte der einst so erfolgreiche Finanzdienstleister in Zeiten der Börsengoldgräberstimmung auch in Feldkirch zwei Büros mit zwanzig Mitarbeitern eröffnet, die sich nach Investitionen von über fünf Millionen Schilling (knapp 400.000 Euro) allerdings als Millionengrab erwiesen.

Laut Angaben des fast voll geständigen 57-Jährigen – es gilt trotzdem die Unschuldsvermutung – waren dies alles Mitauslöser der künftigen Malversationen von 2001 bis 2011.

Auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung (TT) beschreibt Staatsanwalt Hansjörg Mayr das System des Mannes: „Der Angeklagte hat Mitarbeiter von Depotbanken durch mit Namen seiner Kunden verfälschte Verkaufsaufträge zur Auszahlung von Geldern gebracht. Diese landeten dann wiederum auf Sparbüchern, die der Mann auf die Namen der jeweiligen Kunden eröffnete, auf die aber er alleine zugriffsberechtigt war. Durch die nachfolgenden Behebungen richtete er dann einen Schaden von zumindest 2,9 Millionen Euro an.“

Zwei Banken involviert

Schon seit 2009 hatte der Vermögensberater übrigens täglich mit seiner Verhaftung gerechnet.

Laut dem Innsbrucker AWD-Anwalt Michael Hohen­auer bestünde jedoch auch eine Mitschuld der leichtfertig agierenden Banken. Bei den beiden involvierten Finanzinstituten ermittelt übrigens die Finanzmarktaufsicht.

Es besteht aber auch eine Mitschuld der Banken.

Michael Hohenauer, Anwalt