Klaus Hämmerle

Kommentar

Klaus Hämmerle

Die Höhe des Preises

Vorarlberg / 28.11.2012 • 21:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist nicht die Monströsität eines einzelnen Missstandes – es ist die Summe der zahlreichen Unkorrektheiten, die ein Sittenbild des Sportservice abgibt. Fast alle Regeln, die einen ordentlichen Betrieb ausmachen, wurden dort gebrochen. Die entdeckte Schwarzgeldkassa war da nur der schlechte Anfang in einer ganzen Kette von nicht nachvollziehbaren Negativa.

Besonders bedrückend sind die menschlichen Zerwürfnisse, die sich an der Höchster Straße in Dornbirn ausbreiteten wie ein Geschwür. Es gab ein System von Abhängigkeiten. Das schaffte einerseits bedingungslose Loyalität, konnte sich andererseits schnell gegen einzelne Personen und Gruppen richten. Es herrschten Misstrauen, Hader und Zank, der gelegentlich in wüste Streitereien mündete. „Als ob der Ostblock dort eingezogen war“, beschrieb es ein altgedienter Sportfunktionär.

Es ist ja schön, wenn die neue Sportlandesrätin Bernadette Mennel das mithilfe des Sportservice ausgegebene Ziel beibehalten will: Vorarlberg als Sportland Nummer eins zu etablieren. Doch wenn der Weg zu diesem Ziel einen solchen Preis fordert, dann bleiben wir doch lieber, wie wir sind: klein, fein und halt nicht so erfolgreich.

klaus.haemmerle@vn.vol.at, 05572/501-634