Größter Schlag gegen „Speed“-Szene gelungen

Vorarlberg / 28.11.2012 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Chefermittler Oswald Wachter und sein Team stellten unter anderem vier Kilo „Speed“ und ein halbes Kilo Cannabiskraut sicher. vn/paulitsch
Chefermittler Oswald Wachter und sein Team stellten unter anderem vier Kilo „Speed“ und ein halbes Kilo Cannabiskraut sicher. vn/paulitsch

Dealer sollen Amphetamin im Wert von 400.000 Euro ins Land geschmuggelt haben.

VN Redaktion

bregenz. Die Vorarlberger ­Polizei hat einer mutmaßlichen Bande von Drogenhändlern das Handwerk gelegt. Vier Verdächtige im Alter zwischen 24 und 39 Jahren sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Die Männer stammen aus dem Montafon, Dornbirn und Deutschland. Sie sollen in großem Stil mit Amphetamin – auch „Speed“ genannt – gehandelt haben. Vier weitere Personen wurden auf freiem Fuß angezeigt. Bei Durchsuchungen stellten die Beamten unter anderem rund vier Kilo „Speed“, ein halbes Kilo Cannabiskraut und eine Indooranlage für Cannabispflanzen sicher. Die Polizei schätzt den Straßenverkaufswert der beschlagnahmten Drogen auf 84.000 Euro. „Für die Vorarlberger Polizei war dies der bislang größte Schlag gegen die ­Amphetamin-Szene“, freut sich Chefermittler Oswald Wachter vom Landeskriminalamt.

80 Abnehmer ausgeforscht

„Insgesamt importierten die Händler rund 20 Kilo Amphetamin im Wert von zirka 400.000 Euro“, berichtet Wachter. Über 80 Abnehmer konnten bislang ausgeforscht werden. Die Ermittlungen führten die Beamten im Sommer nach Bludenz. Zwischen 2008 und 2010 soll eine 43-jährige Arbeitslose mehr als zehn Kilo Amphetamin von Deutschland nach Vorarlberg geschmuggelt und verkauft haben. Mitte 2010 übernahm ihr 39-jähriger Freund die Geschäfte. Der Mann schmuggelte die Ware nicht selbst ins Land, sondern bezog sie von einem 30-jährigen Montafoner. Dieser gestand, 2011 und 2012 rund fünf Kilo Amphetamin erhalten zu haben, den Großteil gab er weiter. „Die Drogen erhielt er von einem 24-jährigen Dornbirner, der allerdings jegliche Beteiligung abstreitet“, erklärt Wachter. Am 8. November konnte die Polizei den Lieferanten des Dornbirners dingfest machen. Der 25-jährige Brandenburger versuchte zusammen mit seiner Beifahrerin, 2,4 Kilo Amphetamin sowie weitere Rauschmittel als Hundefutter getarnt aus Ostdeutschland ins Ländle zu schmuggeln.

Ware aus Deutschland

Laut Polizei ist der Brandenburger geständig. Insgesamt habe er 18 Schmuggelfahrten nach Vorarlberg unternommen. Er gab an, dabei über acht Kilo eingeführt und an seine Abnehmer verteilt zu haben.„Bislang konnten wir über 80 Abnehmer ausforschen. Die Ermittlungen sind aber noch lange nicht abgeschlossen“, informiert Chef-ermittler Wachter.

Der 39-jährige Bludenzer, der 30-jährige Montafoner, der 24-jährige Dornbirner und der 25-jährige Ostdeutsche sitzen derzeit in der Justizanstalt Feldkirch in Untersuchungshaft.

Amphetamin

Was ist Amphetamin? Amphetamin, auch „Speed“ genannt, ist ein weißes Pulver, machmal eine weiß-gelbliche Paste, welche in der Regel gesnieft wird.

Wirkung? Aufgrund seiner stimulierenden Wirkung ist Amphetamin eine häufig missbrauchte Droge, die auf dem Schwarzmarkt meist unter den Namen „Speed“, „Pepp“ oder „Amphe“ angeboten wird.