„Aktion scharf“ bei Loacker

Vorarlberg / 29.11.2012 • 19:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Loacker hat Kohlenwasserstoff-Grenzwerte massiv überschritten. Foto: VOL/Schmidt
Loacker hat Kohlenwasserstoff-Grenzwerte massiv überschritten. Foto: VOL/Schmidt

Götzner Recyclingbetrieb muss Schreddermengen reduzieren. Strenge Kontrollen durch das Land.

Bregenz, Götzis. (VN-sta) Es waren eindeutig zu viele Kohlenwasserstoffe, die das Götzner Unternehmen in diesem Jahr in die Luft geblasen hat. Wie berichtet wurden die Grenzwerte gemäß Abfall­abteilung des Landes an 115 von 121 Produktionstagen mindestens einmal überschritten, an zwölf Tagen sogar öfter als dreimal. Gegen Loacker läuft ein Strafverfahren.

Weniger Dosen schreddern

Gestern Vormittag hat die Abfallwirtschaftsbehörde die betreffende Schredderanlage neuerlich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis? Die Messwerte wurden diese Woche eingehalten. Die Verarbeitung von Spraydosen und Behältern, die Treibgase und Lösungsmittel enthalten, muss allerdings bis auf Weiteres um ein Viertel reduziert werden. Das Unternehmen kündigte an, die Dosen künftig „noch tiefer“ auszusortieren und ein Frühwarnsystem einzurichten. Fest steht: Die Behörde wird dem Abfallverwerter jetzt sehr genau auf die Finger schauen. „In Zukunft überprüfen wird die Messwerte einmal wöchentlich. Eine schärfere Kontrolle gibt es im ganzen Land nicht“, teilt Harald Dreher, Leiter der Abfallabteilung des Landes, im Gespräch mit den VN mit. Loacker muss nun einen sogenannten Datenlogger einbauen, damit die Rohdaten aus den Messungen künftig auch dem Land zur Verfügung stehen. Als weitere Maßnahme soll der Schredder-Führerstand mit einem Frühwarnsystem ausgestattet werden, kündigt Geschäftsführer Karl Loacker in einer Aussendung an. Er verspricht, die geplanten Neuerungen „so rasch wie möglich“ umzusetzen.

Grüne fordern Filteranlage

Die „Bürgerliste Altach+Die Grünen“ fordern indes eine „durchgängige behördliche Begleitung des Schredderbetriebs und den sofortigen Einbau einer Filteranlage“.

Wir überprüfen die Messwerte nun wöchentlich. Eine schärfere Kontrolle gibt es im ganzen Land nicht.

Harald Dreher