Ein ganzes Land im Krippenfieber

Vorarlberg / 29.11.2012 • 18:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Üben nicht nur auf Kinder seit jeher eine Faszination aus: Mutter und Tochter zeigen sich jedenfalls begeistert von dieser Schneekrippe. Fotos: HW
Üben nicht nur auf Kinder seit jeher eine Faszination aus: Mutter und Tochter zeigen sich jedenfalls begeistert von dieser Schneekrippe. Fotos: HW

Die 22 Krippenbauvereine mit ihren 1500 Mitgliedern präsentieren vor Weihnachten ihre schönsten Krippen.

Schwarzach. (hw) Der Krippenbau hat in Vorarlberg eine sehr lange Tradition. Seit jeher wird das Weihnachtsgeschehen rund um die Geburt Jesu in Bethlehem in den Häusern und Kirchen dargestellt. Die ältesten Krippenbauvereine des Landes organisierten sich ab 1924 in Dornbirn, Lustenau und Rankweil. Bereits 1930 wurde der „Verein der Krippenfreunde des Landes Vorarlberg“ gegründet. Dies war der Startschuss für die umfangreiche Tätigkeit in den einzelnen Ortsvereinen. Jahrelang stagnierte die Zahl der Vereine, doch der Krippenboom, der vor rund 20 Jahren einsetzte, brachte zahlreiche Neugründungen von Krippenbauvereinen mit sich.

Die Krippenfreunde vermitteln langjährigen Mitgliedern, aber auch Neulingen die Faszination des Krippenbauens. Viele Krippenbauer sind dabei nicht nur im Advent, sondern fast das ganze Jahr aktiv. So wird unter anderem bei Wanderungen viel Krippenmaterial wie Wurzeln, Buchenstöcke und Lärchenrinde gesammelt. Aber auch in Weiter- und Ausbildungskursen wird der Ausbildungsstand der Krippenbaumeister ständig erweitert. Auch für Kirchen, Altersheime und andere öffentliche Einrichtungen werden Krippen gebaut bzw. alte Objekte liebevoll restauriert und aufgefrischt.

Krippenbau boomt im Ländle

Der Krippenbau hat in den letzten Jahren eine starke und erfreuliche Aufwärtsentwicklung erfahren. Im Vorarlberger Landeskrippenverband sind derzeit 22 Ortsvereine und zwei Auslandsvereine mit rund 1500 Mitgliedern vertreten. In diesen Vereinen sind über 140 Funktionäre und nochmal so viele Helfer ehrenamtlich tätig. Rund 160 ausgebildete Krippenbaumeister bemühen sich landesweit um einen gehobenen Standard.

Doch auch beim Krippenbau gilt der alte Spruch, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. „Das muss er auch nicht, denn der Landesverband bietet in der Vorarlberger Krippenschule eine fundierte Ausbildung zum Krippenbauer an, die nach vier Jahren mit der Meisterprüfung abschließt“, berichtet Landesobmann Josef Hagen. Daneben werden noch zahlreiche Kurse rund ums Krippenbauen angeboten. Und die Bereitschaft, sich im Krippenbau weiterzubilden, ist nach wie vor ungebrochen. „An die 100 Mitglieder besuchen jährlich die Krippenbauschule Vorarlberg mit dem Ziel, Lehrer und Krippenbaumeister zu werden und dies dann auch entsprechend weiterzugeben“, so Hagen.

Im Krippenbau werden der Kreativität und Fantasie des jeweiligen „Krippelers“ keine Grenzen gesetzt. „Hier gibt es viele Möglichkeiten, die der Krippenfreund hat. Entweder er bringt ein Bild von der zu bauenden Krippe mit, verlässt sich auf die Erfahrung des Krippenmeisters oder er bringt seine eigene Kreativität und Fantasie zum Ausdruck“, sagt Landesvize­obmann Reinhard Feiersinger. Entscheiden muss sich der Kursteilnehmer lediglich über die Art der Krippe, die er bauen will. Ob im alpenländischen Stil unter anderem auch als Schnee- oder Wurzelkrippe oder im traditionellen orientalischen Stil.

In jedes Haus eine Krippe

Jährlich werden bei Kursen in den einzelnen Ortsvereinen an die 1500 neue Krippen gebaut, und so kommt der Landeskrippenverband seinem selbst gesteckten Ziel „in jede Familie eine Krippe“ immer näher. Seit Anfang September wurde trotz teilweise sommerlicher Temperaturen mit Begeisterung in den Krippenwerkstätten der einzelnen Vereine eifrig gewerkt. Die in mühevoller Kleinarbeit und mit viel Fantasie und Fleiß gebauten Exponate werden in den nächsten Wochen bei den jeweiligen Ausstellungen präsentiert.

Selbst die kleinsten Teile einer Krippe werden mit viel Liebe zum Detail angefertigt.
Selbst die kleinsten Teile einer Krippe werden mit viel Liebe zum Detail angefertigt.
Besonders bei jungen Ausstellungsbesuchern beliebt: traditionelle orientalische Krippen.
Besonders bei jungen Ausstellungsbesuchern beliebt: traditionelle orientalische Krippen.
Sichtlich stolz auf das gelungene Werk im Heimatstil: eine begeisterte Krippenbauerin.
Sichtlich stolz auf das gelungene Werk im Heimatstil: eine begeisterte Krippenbauerin.

Krippenausstellungen 2012

Die 22 Ortsvereine in Vorarlberg und zwei Auslandsvereine Diepoldsau (CH) und Liechtenstein haben auch heuer wieder viele Krippenbaukurse durchgeführt. Die neu gebauten Krippen – rund 1400 in allen Stilrichtungen – werden auf 24 Krippenausstellungen präsentiert. Für den besseren Überblick haben die VN die Termine in den einzelnen Kalenderwochen zusammengefasst.