Piratenpartei fordert den „gläsernen Staat“

Vorarlberg / 03.12.2012 • 22:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Serdal Stern ist einer von drei Vorständen der Vorarlberger Piratenpartei und seit Mai 2012 Mitglied. VN /Steurer
Serdal Stern ist einer von drei Vorständen der Vorarlberger Piratenpartei und seit Mai 2012 Mitglied. VN /Steurer

Vorarlberger Piraten- Vorstand zur Situation der Partei, den NEOS und Stronach.

Schwarzach. (VN-max) Rund um die Piraten ist es in jüngster Zeit ruhiger geworden. „Wir waren mit der Organisation der Bundesgeneralversammlung beschäftigt“, begründet dies Vorstand Serdal Stern. Auf dieser Versammlung schlossen sich die Landesorganisationen zusammen und einigten sich auf eine gemeinsame Linie. Der mediale Boom im Frühjahr sei auch auf die Erfolge der deutschen Kollegen zurückzuführen.

Der 32-jährige Stern gibt an, dass die Piraten gegenwärtig über 89 Mitglieder in Vorarlberg verfügen, bundesweit sind es 1555. Bei den Stammtischen würde die Partei zudem sehr großen Zuspruch erfahren. Parteiinterne Abstimmungen finden bei den Basisdemokraten auch weiterhin im Internet statt. Nur akkreditierte Mitglieder sind allerdings stimmberechtigt. Die basisdemokratischen Abstimmungen seien ein wichtiger Teil der Partei. „Ich finde das nicht mühsam, sondern super“, ist der geprüfte Baumeister überzeugt.

Der Vorstand selbst sei nur ein Sprachrohr der Basis, welche die inhaltlichen Positionen erarbeite. „Für die Piraten ist Transparenz das Um und Auf“, sagt der Partei-Vorstand. Für die politische Bewegung hat Demokratie auch mit dem Schutz von persönlichen Daten zu tun. „Wir wollen einen gläsernen Staat und keine gläsernen Bürger“, sagt Stern. Inhaltlich fordern die Piraten beispielsweise einen freien Zugang zu Bildung und ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Neue Parteien als Mitstreiter

„Bei uns arbeiten alle ehrenamtlich. Großlobbyisten hätten in unserer Organisation keine Chance“, meint der Vorstand der Piraten. Das Team Stronach und die NEOS seien für seine Partei keine Konkurrenz, aber Mitstreiter, die von der Frustration der Menschen profitieren. Die Piraten würden auf Basisdemokratie setzen, während Stronach fast schon „diktatorische“ Züge aufweise. Die NEOS sind für Stern zu wenig offen und mutig.

Wahlprognosen geben die Piraten keine ab. Als Ziel gilt aber der Einzug in den Nationalrat und den Landtag. Sie sehen sich in einer Vorreiterrolle, da viele Ideen und Programmpunkte durch neue Parteien übernommen worden seien. Trotz Basisdemokratie ist Serdal Stern der Ansicht, dass auch seine Organisation ein Gesicht für den Wahlkampf brauchen werde. „Dieses Gesicht soll aber ein Mediensprecher unserer Partei sein, der die Positionen der Basis nach außen trägt“, sagt er. Über die Kandidaten für die Nationalratswahl wird auf dem zweiten Parteitag am 19. Jänner abgestimmt.

Für die Piraten ist Transparenz das Um und Auf.

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