Protest gegen „ungesunde Folgen“

Vorarlberg / 03.12.2012 • 22:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Niedergelassene Ärzte proklamieren morgen einen Informationstag zur Gesundheitsreform.

Dornbirn. (VN-mm) Auch die Vorarlberger Ärzte beteiligen sich, wie angekündigt, an dem für morgen Mittwoch angesetzten Informationstag. Damit wollen die niedergelassenen Mediziner einen ersten Protestschritt gegen die Gesundheitsreform setzen. An die Patienten in den Ordinationen wird ein eigens für diese Aktion gedruckter Folder verteilt, um sie, wie es heißt, über die „ungesunden Folgen“ der vom Bund, den Ländern und der Sozialversicherung geplanten „Gesundheitsreform“ zu informieren.

Forderungen an Wallner

Als ein wichtiger Kritikpunkt aufgelistet sind die milliardenschweren Sparvorgaben, die laut Ärzten befürchten lassen, dass manche Leistungen und Therapien dann nicht mehr allen zur Verfügung stehen. Auch die „Zentralisierung“ ist ein Thema. Man müsse gewahr sein, warnen die Ärztevertreter, dass in Wien nicht die besten Entscheidungen für Vorarlberg getroffen würden. Ebenfalls beklagt wird der „Maulkorb für Ärzte“. In diesem Zusammenhang mutmaßt Ärztekammerpräsident Dr. Michael Jonas in einer von ihm gezeichneten Aussendung: „Ärzte sollen nicht mehr mitbestimmen dürfen, weil sie für die Politik zu unbequem sind.“ Landeshauptmann Markus Wallner wird deshalb aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Entscheidungsbefugnisse im Gesundheitswesen weiterhin in Vorarlberg bleiben und der medizinische Fortschritt weiterhin allen Vorarlberger Patienten – unabhängig von deren Einkommen und sozialem Status – uneingeschränkt zur Verfügung steht.

Auch die seit Jahrzehnten bewährte Sozialpartnerschaft mit den Ärzten im Land dürfe nicht ausgehöhlt werden, sondern müsse in der bisherigen Form erhalten bleiben.

Der medizinische Fortschritt muss allen Patienten uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

michael jonas