„Ruhe soll wieder einkehren“

Vorarlberg / 04.12.2012 • 21:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Landesrätin Kaufmann: „Unsicherheiten ausgeräumt.“ Foto: VN
Landesrätin Kaufmann: „Unsicherheiten ausgeräumt.“ Foto: VN

Landesrätin Kaufmann im Interview über die Situation an der Fachhochschule Dornbirn.

Dornbirn. Lars Frormann ist nur noch FH-Rektor auf Abruf, ein neuer Dreiervorschlag soll Anfang 2013 erstellt sein. In Bälde wird auch feststehen, wer kaufmännischer FH-Geschäftsführer sein wird – und ob noch ein wissenschaftlicher Geschäftsführer gesucht wird. Landesrätin Andrea Kaufmann (43) hofft, dass an der FH in personeller Hinsicht Ruhe einkehrt – damit man sich wieder Sachthemen widmen könne.

An der FH Vorarlberg scheint’s derzeit drunter und drüber zu gehen – in personeller Hinsicht. Die SP fordert Sie nun auf, entschiedener zu handeln.

Kaufmann: Man kann sicher sein, dass ich schon seit Monaten sehr entschieden handle. Nur haben wir derzeit die Situation, dass die kaufmännische Geschäftsführung ausgeschrieben ist. Das Bestellungsverfahren läuft, noch vor Weihnachten wird das in einem Hearing entschieden werden. Und beim Rektor? Da sind wir seit September in der Situation, dass eine Bestätigung rechtlich nicht mehr möglich ist.

Sie sprechen es an. Das FH-Kollegium hat Frormann als Leiter nicht wieder bestätigt. Laut SP wurde auch schriftlich beim LH gegen Frormann protestiert.

Kaufmann: Es gibt einen Brief an den Landeshauptmann, den auch ich erhalten habe. In diesem Brief, den alle Führungskräfte unterschrieben haben, geht es aber hauptsächlich um die Begründung für die Neuausschreibung für die kaufmännische Nachfolge. Vom Rektor steht nichts in diesem Brief. Im Übrigen bezieht sich der Brief hauptsächlich auf einen VN-Artikel vom 22. November. Dieser Bericht hat eine gewisse Verunsicherung ausgelöst durch die Aussage, es stünden Weichenstellungen in der Organisation an.

Was ja auch stimmt.

Kaufmann: Klar. Nur hatten zu diesem Zeitpunkt nicht alle den gleichen Informationsstand, als sie den VN-Artikel lasen. Wir haben daraufhin postwendend alle Führungskräfte zu einem Gespräch eingeladen, um alle auf den aktuellen Stand zu bringen. Aus unserer Sicht war das sehr konstruktiv. Ich hoffe, dass Unsicherheiten ausgeräumt werden konnten.

Nochmals zu Frormann: Gibt es bereits einen neuen Dreiervorschlag für die Nachfolge?

Kaufmann: Nein. Alles muss Schritt für Schritt gehen. Zuerst wird der kaufmännische Geschäftsführer bestellt, dann werden wir – mit oder ohne Ausschreibung – einen Dreiervorschlag zusammenstellen. Die neue Führung muss gut besetzt sein, weil wichtige Aufgaben anstehen, neue Studiengänge zu entwickeln sind und eine große Verantwortung gegenüber den Studierenden besteht. Es gibt übrigens keine zeitliche Vorgabe für diesen Dreiervorschlag. Wir wollen das aber möglichst bald machen – Anfang des nächsten Jahres.

Wie viele Personen haben sich eigentlich für die Nachfolge von FH-Geschäftsführerin Hedwig Natter beworben?

Kaufmann: Insgesamt 54. Das ist eine hohe Zahl, die zeigt, dass es sehr attraktiv ist, die Geschäftsführung an der FH zu übernehmen.

Hat Natter noch Chancen auf eine Wiederbestellung?

Kaufmann: Da kann ich noch nichts dazu sagen. Die Vorauswahl ist noch nicht fixiert, wir haben das an ein Personalberatungsbüro vergeben. Ich warte jetzt auf die Auswahl. Und dann schauen wir weiter.

Die Geschäftsführung soll ja künftig in einen kaufmännischen und einen wissenschaftlichen Bereich geteilt werden.

Kaufmann: Da ist noch keine Entscheidung gefallen. Anfang nächsten Jahres soll gemeinsam mit den Führungskräften der FH entschieden werden. Es muss alles Schritt für Schritt gehen – zunächst wird die kaufmännische Geschäftsführung entschieden.

Abschließend: Wie erklären Sie sich die großen Vorbehalte gegen Natter und Frormann?

Kaufmann: Das ist schwer zu erklären. Es gibt gewisse Kritikpunkte auf beiden Seiten, in beide Richtungen, es gibt verschiedene Interessen. Und dass beide Personalien gleichzeitig zusammenkommen, war nicht absehbar. Jetzt schauen wir halt. Ich nehme die Herausforderung an, wir werden gute Personalentscheidungen für die Zukunft treffen. Es soll wieder Ruhe einkehren, auch in der Mitarbeiterschaft. Das wünsche ich mir.