Unzählbare Stunden engagiert und ehrenamtlich im Einsatz

Vorarlberg / 04.12.2012 • 21:52 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
365 Tage im Jahr für das Ehrenamt im Einsatz: Simone aus Bregenz hilft bei der Suppenspeisung. Foto: VN
365 Tage im Jahr für das Ehrenamt im Einsatz: Simone aus Bregenz hilft bei der Suppenspeisung. Foto: VN

Vom Sportverein über den Chor bis zur Lebenshilfe – Engagement so vielseitig wie das Leben.

Schwarzach. Es ist ein kostbares Gut. Es wird gegeben ohne den Gedanken an einen Gegenwert – freiwilliges Engagement in Vorarlberg. Eine im Jahr 2010 vom Land beauftragte und von der Fachhochschule Vorarlberg durchgeführte Studie ermittelte, dass im Schnitt jeder Vorarlberger ab 15 Jahren über drei Stunden pro Woche freiwillig und unentgeltlich tätig ist.

„Ich habe nirgends so dankbare Menschen getroffen wie in der Lebenshilfe“, sagt Paul Margreitter über sein Engagement. Er ist einer von den 165.000 Vorarlbergern, die in den rund 4500 Vereinen, Initiativen oder Nachbarschaftshilfen ehrenamtlich tätig sind. Das sind circa 53,5 Prozent aller Vorarlberger. Ihre geleisteten Stunden entsprechen 26.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Der soziale Wert für die Gesellschaft lässt sich hierbei nur erahnen.

Eine tragende Säule

„Freiwilliges Engagement ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft“, erklärt Rotkreuz-Direktor Roland Gozzi anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Freiwilligen. Beim Österreichischen Roten Kreuz Vorarlberg sind mehr als 1600 Freiwillige aktiv. „Die meisten von ihnen helfen als Sanitäter im Rettungsdienst“, ergänzt Gozzi. Die Freiwilligen leisten jährlich mehr als 500.000 Arbeitsstunden.

15 bis 16 Tonnen Lebensmittel, Wasch-, Hygieneartikel und Gebrauchsgegenstände für den täglichen Bedarf werden durchschnittlich pro Woche beim Verein „Tischlein deck dich“ gesammelt und an Bedürftige ausgegeben. Damit die Spenden die Bedürftigen erreichen, sammeln, sortieren und transportieren insgesamt rund 260 Ehrenamtliche 650 Stunden wöchentlich, an 52 Wochen im Jahr. Das sind in Summe 33.800 Stunden gemeinnütziger Dienst. Zusätzlich werden die Ehrenamtlichen von vier Zivildienern unterstützt. „Wenn wir die Zivildiener durch die Volksabstimmung über die Wehrpflicht verlieren sollten, wäre das für unseren Verein eine Katastrophe. Die Arbeit, die hier in Vollzeit geleistet wird, können wir nicht bezahlen“, macht sich „Tischlein deck dich“-Obmann Elmar Stüttler Sorgen um die Zukunft. „Jedes Jahr nimmt die Zahl der Menschen, die Hilfe benötigen, um rund 15 Prozent zu“, weiß der Russ-Preis-Träger. „Auch die Menge an Sachspenden nimmt zum Glück ebenso zu.“ Was der Verein in den letzten Wochen stark zu spüren bekommen hat, ist eine erhöhter Bedarf durch weitere Asylbewerber, die Vorarlberg aufgenommen hat. „Sie kommen zuerst zu uns und zur Caritas, da sie mittellos sind“, weiß Stüttler.

Für die Mitmenschen da

1500 sozial engagierte Menschen der Caritas sind für ältere, kranke und einsame Mitmenschen in den einzelnen Pfarren Vorarlbergs oder in den Lerncafés für Schüler aktiv. „Freiwillige sind ein wertvoller Schatz im sozialen Netz. Ihre Bereitschaft zu helfen und ihre eingesetzte Zeit drücken Wertschätzung aus, die Menschen in Not guttut“, erklärt Claudio Tedeschi von der Caritas Vorarlberg. 648 Freiwillige der Caritas leisten rund 98.000 Stunden. Das ist ein Plus von 70 Freiwilligen zum Vorjahr. Die Tendenz ist steigend.

Freiwillige sind ein wertvoller Schatz im sozialen Netz.

Claudio Tedeschi, Caritas
Margit Seethaler,54, Dornbirn.Das Ehrenamt halte ich für ganz wichtig. Viele Leute wären arm dran und manche ältere Menschen würden womöglich vereinsamen. Ich selbst bin gelegentlich ehrenamtlich für die Pfarre tätig.
Margit Seethaler,
54, Dornbirn.
Das Ehrenamt halte ich für ganz wichtig. Viele Leute wären arm dran und manche ältere Menschen würden womöglich vereinsamen. Ich selbst bin gelegentlich ehrenamtlich für die Pfarre tätig.
Peter Magg,67, Hard.Hätten wir keine ehrenamtlichen Helfer, läge der Sozialbereich im Argen. Das Ehrenamt ist notwendig und fördert das Zusammenleben. Auch Sportvereine engagieren sich für soziale Zwecke.
Peter Magg,
67, Hard.
Hätten wir keine ehrenamtlichen Helfer, läge der Sozialbereich im Argen. Das Ehrenamt ist notwendig und fördert das Zusammenleben. Auch Sportvereine engagieren sich für soziale Zwecke.
Marko Fischer,19, Höchst.Ich finde das Ehrenamt sehr wichtig. Ohne ehrenamtliche Helfer hätten viele Sportvereine Schwierigkeiten. Auch die freiwillige Feuerwehr braucht ehrenamtlich engagierte Menschen.
Marko Fischer,
19, Höchst.
Ich finde das Ehrenamt sehr wichtig. Ohne ehrenamtliche Helfer hätten viele Sportvereine Schwierigkeiten. Auch die freiwillige Feuerwehr braucht ehrenamtlich engagierte Menschen.
Matthias Marxgut, 33, Hittisau.Dass ich bei der Bergrettung bin, hat wie bei jedem Bergretter einen einfachen Grund: Ich gehe privat sehr gerne in die Berge und weiß, wie wichtig Hilfe in den Bergen sein kann. Im Jahr bin ich ungefähr 100 Stunden ehrenamtlich für die Bergrettung tätig. Mein Vorteil ist, dass es mir Spaß macht.
Matthias Marxgut, 33, Hittisau.
Dass ich bei der Bergrettung bin, hat wie bei jedem Bergretter einen einfachen Grund: Ich gehe privat sehr gerne in die Berge und weiß, wie wichtig Hilfe in den Bergen sein kann. Im Jahr bin ich ungefähr 100 Stunden ehrenamtlich für die Bergrettung tätig. Mein Vorteil ist, dass es mir Spaß macht.
Monika Schneider, 58, Dornbirn.Seit 18 Jahren leite ich als Gründerin die ­CliniClowns Vorarlberg. Bei einer Clown-Visite werden rund 25 Kinder betreut, 150 Visiten finden im Jahr mit mehr als 2500 kranken Kinder statt. Es ist beeindruckend, wie Kinder aufgeheitert werden. Ab 1. Jänner gebe ich die Leitung in jüngere Hände.
Monika Schneider, 58, Dornbirn.
Seit 18 Jahren leite ich als Gründerin die ­CliniClowns Vorarlberg. Bei einer Clown-Visite werden rund 25 Kinder betreut, 150 Visiten finden im Jahr mit mehr als 2500 kranken Kinder statt. Es ist beeindruckend, wie Kinder aufgeheitert werden. Ab 1. Jänner gebe ich die Leitung in jüngere Hände.
Monique Kraft,20, Göfis.Viele zwischenmenschlich wertvolle Tätigkeiten werden von Ehrenamtlichen erledigt. Diese Menschen machen das gerne und sind mit Herzblut bei der Sache. Deshalb ist das Ehrenamt wichtig.
Monique Kraft,
20, Göfis.
Viele zwischenmenschlich wertvolle Tätigkeiten werden von Ehrenamtlichen erledigt. Diese Menschen machen das gerne und sind mit Herzblut bei der Sache. Deshalb ist das Ehrenamt wichtig.
Jürgen Hämmerle, 28, Lustenau Ich bin sehr gerne bei der Feuerwehr, weil ich so der Bevölkerung helfen kann. Ich schätze auch das kollegiale Miteinander. Momentan bin ich Ausbildner, Projektleiter für das neue Feuerwehrhaus und für die gesamte EDV zuständig. Dieses Jahr arbeite ich 800 Stunden ehrenamtlich und mit Herzblut.
Jürgen Hämmerle, 28, Lustenau
Ich bin sehr gerne bei der Feuerwehr, weil ich so der Bevölkerung helfen kann. Ich schätze auch das kollegiale Miteinander. Momentan bin ich Ausbildner, Projektleiter für das neue Feuerwehrhaus und für die gesamte EDV zuständig. Dieses Jahr arbeite ich 800 Stunden ehrenamtlich und mit Herzblut.
Karl Gletthofer,57, Schoppernau.Ich war früher selbst bei der Feuerwehr und finde es gut, wenn man sich engagiert. Die meisten Menschen haben neben der Arbeit noch genügend Freizeit für eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Karl Gletthofer,
57, Schoppernau.
Ich war früher selbst bei der Feuerwehr und finde es gut, wenn man sich engagiert. Die meisten Menschen haben neben der Arbeit noch genügend Freizeit für eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Paul Margreitter, 66, Hörbranz. 23 Jahre war ich Obmann des Hörbranzer Männerchors und kam so in Kontakt mit der Lebenshilfe Hörbranz. Ich kann und will die Stunden gar nicht zählen, die ich investiere. Als Obmann integriere ich Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gemeinde, bei Firmen oder bei anderen Vereinen.
Paul Margreitter, 66, Hörbranz.
23 Jahre war ich Obmann des Hörbranzer Männerchors und kam so in Kontakt mit der Lebenshilfe Hörbranz. Ich kann und will die Stunden gar nicht zählen, die ich investiere. Als Obmann integriere ich Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gemeinde, bei Firmen oder bei anderen Vereinen.
Josef Gingl,75, Schoppernau.Wenn wir das Ehrenamt nicht hätten, gäbe es viele Probleme. Es würde viel mehr arme Menschen geben, denen nicht geholfen wird. Das wäre ein Horror, deshalb schätze ich das Ehrenamt.
Josef Gingl,
75, Schoppernau.
Wenn wir das Ehrenamt nicht hätten, gäbe es viele Probleme. Es würde viel mehr arme Menschen geben, denen nicht geholfen wird. Das wäre ein Horror, deshalb schätze ich das Ehrenamt.
Heinz Wohlgenannt, 67, Dornbirn. Die prägende Erfahrung der Katholischen Jugend hat den Grundstein für meinen ehrenamtlichen Einsatz gelegt. Der Krankenpflegeverein Dornbirn dient der Bevölkerung und ist der größte Verein Vorarlbergs. Seit September bin ich Obmann und kann den zeitlichen Aufwand noch nicht abschätzen.
Heinz Wohlgenannt, 67, Dornbirn.
Die prägende Erfahrung der Katholischen Jugend hat den Grundstein für meinen ehrenamtlichen Einsatz gelegt. Der Krankenpflegeverein Dornbirn dient der Bevölkerung und ist der größte Verein Vorarlbergs. Seit September bin ich Obmann und kann den zeitlichen Aufwand noch nicht abschätzen.
Monika Rohrer, 38, Koblach. Seit 2010 bin ich beim Roten Kreuz als Rettungssanitäterin ehrenamtlich tätig. Ich absolviere zwei Nachtdiensteinsätze mit der Rettung im Monat und leiste weitere Vereinstätigkeiten. Ich will meinen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Man bekommt die Dankbarkeit der Menschen zu spüren.
Monika Rohrer, 38, Koblach.
Seit 2010 bin ich beim Roten Kreuz als Rettungssanitäterin ehrenamtlich tätig. Ich absolviere zwei Nachtdiensteinsätze mit der Rettung im Monat und leiste weitere Vereinstätigkeiten. Ich will meinen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Man bekommt die Dankbarkeit der Menschen zu spüren.