Ein Jahr Rettungsgasse: „Kein Flop“

Vorarlberg / 19.12.2012 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Rettungsgasse Erleichterung für Einsatzkräfte. Probleme noch bei stockendem Verkehr.

schwarzach. (VN-mef) Noch nicht am Ziel, kein Flop, aber noch lange nicht top: So lautet das Fazit der beiden österreichischen Autofahrerclubs knapp ein Jahr nach Einführung der Rettungsgasse. Sie ist eine wesentliche Erleichterung für Einsatzkräfte und der richtige Weg, resümierte der ÖAMTC. Allerdings gebe es in der Umsetzung noch viel Verbesserungspotenzial. Es komme einfach noch zu häufig vor, dass die Rettungsgasse nicht richtig gebildet oder vorschriftswidrig befahren werde. Laut ARBÖ funktioniert die Rettungsgasse überall dort, wo die Situation eindeutig ist: „Hat die Fahrbahn zwei Spuren, weichen die im Stau Stehenden nach links beziehungsweise nach rechts aus. Hat die Fahrbahn aber mehr als zwei Spuren, so endet die Rettungsgasse, zwar in seltenen Fällen, aber doch im Chaos“, kritisierte der ARBÖ in einer Aussendung.

„In Vorarlberg funktioniert die Rettungsgasse grundsätzlich sehr gut. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem die Einsatzfahrzeuge massiv behindert wurden. Die Autofahrer machen brav Platz“, berichtet Rudolf Salzgeber, Chef der Vorarlberger Verkehrspolizei. Probleme gebe es bei stockendem Verkehr hin und wieder im dreispurigen Bereich vor dem Pfändertunnel. Salzgeber hat zwei Erklärungen dafür: „Aufgrund der Baustelle wird die Verkehrsführung immer wieder geändert. Die Autofahrer müssen genau schauen, wo sie sich einordnen müssen, um die richtige Ausfahrt zu erwischen.“ Spätestens wenn die zweite Tunnelröhre fertig ist, soll sich das aber klären. Immer wieder komme es auch vor, dass Autofahrer aus dem benachbarten Ausland einfach durch die Lücke durchfahren. „In Österreich muss die Rettungsgasse auch bei stockendem Verkehr gebildet werden. Das ist beispielsweise in Deutschland nicht so. Es dauert einfach noch eine Zeit, bis alle Autofahrer wissen, wann die Rettungsgasse zu bilden ist“, sagt Salzgeber. Behindert ein Autofahrer ­allerdings die Einsatzkräfte, muss er mit einer Geldstrafe von bis zu 2180 Euro rechnen.

Umfrage bei Autofahrern

Das Kuratorium für Ver­kehrssicherheit (KFV) hat im Juli und November eine Umfrage bei den Autofahrern durchgeführt. Befragt wurden jeweils 1000 Lenker. Das Ergebnis: 82 Prozent der Österreicher halten die Rettungsgasse für sinnvoll. Konkrete Zahlen, inwieweit die Bildung funktioniert bzw. einen „Vorher-nachher-Vergleich“ gibt es noch nicht. Daten zur Effizienz sollen laut KFV im Herbst 2013 vorliegen, dann sollen „Beobachtungsprotokolle der Einsatzorganisationen“ ausgewertet sein.

In Vorarlberg machen die Autofahrer grundsätzlich brav Platz.

rudolf salzgeber