Großprojekt sorgt für Tauziehen

Vorarlberg / 20.12.2012 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Millionenpläne der ­ASFINAG für drei Kreis­verkehre in Bürs könnten ins Stocken geraten.

BÜRS, BLUDENZ (VN) Konkret geht es bei dem derzeit größten Straßenbauprojekt im Vorarlberger Oberland um die Beseitigung eines jahrelangen Provisoriums. Dieses Provisorium sorgt vielfach für Blechkolonnen und gefährliche Verkehrssituationen im Bereich der Bürser Einkaufszentren Zimba- und Lünerseepark. Gewälzt werden Pläne für einen Umbau bereits seit einem Jahrzehnt.

Projekt im März 2013 in Wien?

Heuer im Herbst legte die ASFINAG erstmals gemeinsam mit dem Landesstraßenbauamt erarbeitete Baupläne (die VN berichteten) vor. Darin ist die Rede von der Errichtung von drei Kreisverkehren sowie einer völligen Erneuerung der Anschlussstellen an die Walgauautobahn (A 154). „Die technische Planung ist bereits abgeschlossen. Wenn alles glatt läuft, wollen wir das Vorhaben im März 2013 beim zuständigen Bundesministerium einreichen“, sagt Günter Fritz als Projektleiter der ASFINAG.

„Mit Fragezeichen versehen“

Überzeugt davon, dass die Pläne wie vorgesehen im März in Wien begutachtet werden können, ist Fritz allerdings nicht mehr. Grund dafür bildet ein Auftrag der Talkesselgemeinden Bludenz, Nüziders und Bürs zur Prüfung des Vorhabens durch den Feldkircher Verkehrsplaner Besch. Die drei Gemeinden versuchen nämlich unter dem Begriff Räumliches Entwicklungsprojekt (REK) in wichtigen Fragen an einem Strang zu ziehen. „Unsere Teilnahme an diesem Auftrag ist mit einem großen Fragezeichen versehen“, betont der Bürser Bürgermeister Helmut Zimmermann.

Bludenz mit Kritik am Vorhaben

Der Gemeindechef erwartet sich von einem Gesprächstermin bei Statthalter Karlheinz Rüdisser in der ersten Jännerhälfte 2013 Nägel mit Köpfen. Zimmermann: „Was wir brauchen, ist ein rascher Baustart und keine Verzögerungen mehr.“ Mandi Katzenmayer als Amtskollege im benachbarten Bludenz fordert hingegen „eine genaue Prüfung der Pläne“. Die ASFINAG habe sich „hauptsächlich um die Autobahnauf- und abfahrt gekümmert. Personennahverkehr und Fußgänger sowie Radler wurden zu wenig berücksichtigt“, kritisiert Katzenmayer. Statthalter Rüdisser versucht die Wogen zu glätten. „Es braucht eine rasche Lösung. Die Prüfung durch Besch halte ich aber für richtig. Die ASFINAG kümmert sich naturgemäß nicht primär um Fußgänger. Nach dem Gespräch im Jänner werden wir weitersehen.“

Was wir brauchen, ist ein Baustart und keine Verzögerungen.

helmut ­zimmermann

Zahlen zum Projekt

A-14-Anschlussbau Bludenz-Bürs soll im März 2013 eingereicht werden

» Baubetreiber: ASFINAG

» Baukosten: 24 Millionen Euro

» Finanzierung: ASFINAG, Land und Gemeinden

» Vorgesehener Baustart: 2014

» Geplante Fertigstellung: 2016