Notrufnummern waren eine halbe Stunde nicht erreichbar

Vorarlberg / 11.01.2013 • 22:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Einsatzkräfte mussten während der technischen Panne improvisieren.
Die Einsatzkräfte mussten während der technischen Panne improvisieren.

Technische Panne der Telekom legte auch die Telefone der Vorarlberger RFL lahm.

feldkirch. Es ist ein Schock für jeden Hilfesuchenden: Weder die Nummer 144 noch die 122 noch die 133 funktionieren. So geschehen am vergangenen Mittwochnachmittag in Vorarlberg. Eine technische Panne der Telekom hatte alle Festnetztelefone des Landes lahmgelegt – und damit auch die wichtigsten Notrufnummern. Die Telefonleitungen der Vorarlberger Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) waren zirka eine halbe Stunde lang tot. Währenddessen konnten zwar die Einsatzkräfte normal alarmiert werden, allerdings war die Notrufzentrale für Hilfesuchende nur über Umwege erreichbar.

Erster Komplettausfall

Solch ein Totalausfall sei eine absolute Ausnahmesituation, sagt RFL-Leiter Siegfried Marxgut. Mit viel Improvisation sei es aber gelungen, die Lage innerhalb kürzester Zeit zu stabilisieren.

„Sechs Notrufe sind während des Ausfalls unter anderem per E-Mail eingegangen. Schlimmeres ist Gott sei Dank während des Defekts nicht passiert“, ist Marxgut erleichtert.

Bemerkt hätten die Diensthabenden den Ausfall sofort, denn in der RFL herrscht dauernd reger Telefonverkehr. Im Schnitt 120 Anrufe gehen stündlich bei den Einsatzkräften ein, darunter zwischen zehn und 15 Notrufe. „Ein Mitarbeiter schlug sofort Alarm, als er nicht mehr wegtelefonieren konnte. Kurz darauf sind wir dann auch schon von einem Liftbetrieb wegen eines Skiunfalls per E-Mail kontaktiert worden. Da war sofort klar, dass weitere Landesteile von der Störung betroffen sind“, erzählt der RLF-Chef. Normalerweise würden die Notrufe bei einem regionalen Netzausfall über Bregenz in die RFL geleitet.

Daraufhin habe man gleich mit allen Krankenhäusern, größeren Liftbetrieben und Rotkreuz-Stützpunkten per Handy, E-Mail und Funk Kontakt aufgenommen. „Die interne Kommunikation hat glücklicherweise einwandfrei funktioniert. Der Funk und das Handynetz waren ja nicht betroffen. Außerdem waren alle 12.000 Helfer jederzeit auch per Pager erreichbar“, berichtet Marxgut.

Die Einsatzkräfte konnten rasch ausrücken und seien rechtzeitig an den Unfallstellen eingelangt. Im Rahmen des Krankentransports sei es allerdings kurzfristig zu längeren Wartezeiten gekommen, da ja auch unter anderem die Telefone der Therapiestationen nicht funktioniert hätten.

Stützpunkte als Anlaufstelle

Grund für den Festnetz-Ausfall war laut Telekom ein Softwarefehler. Aber auch ein Blitzschlag oder Hochwasser könnten die Telefonsysteme lahmlegen. Was Hilfesuchende bei einem Totalausfall machen sollen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es komme ganz darauf an, welches Szenario sich abspielt, wie dringend der Fall ist und welche Netze betroffen sind.

„Bei medizinischen Notfällen sind auf jeden Fall die Rotkreuz-Stützpunkte und die Arztpraxen gute erste Anlaufstellen. Wir haben am Mittwoch dafür gesorgt, dass alle RK-Stützpunkte besetzt und auf Hilfesuchende, die möglicherweise per Auto kommen, vorbereitet sind“, versichert Marxgut.

Zur Alarmierung der Feuerwehr gebe es außerdem bei jedem Feuerwehrhaus die Möglichkeit, über eine Brandmeldestelle die Sirene auszulösen. Sollte es irgendwann zu einer längeren Störung kommen, werde man über Medien bekannt gegeben, wie man sich im Ernstfall verhalten muss.

Solch ein Totalausfall ist eine absolute Ausnahme­situation.

siegfried marxgut