Auf die Pute gekommen

Vorarlberg / 18.01.2013 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das possierliche Kälbchen ist erst wenige Tage alt: Zehn Monate darf es nun bei seiner Mutter bleiben. Fotos: VN/B. Rhomberg
Das possierliche Kälbchen ist erst wenige Tage alt: Zehn Monate darf es nun bei seiner Mutter bleiben. Fotos: VN/B. Rhomberg

Judith und Klaus Flatz ist ein möglichst natürliches Umfeld für ihre Tiere wichtig.

Hard. (VN-ger) Der jüngste Bewohner im Flatz’schen Stall ist keine Woche alt. Fell an Fell liegt das braun-weiß gefleckte Kälbchen mit seiner Mutter im Stroh. Es hat sichtlich Mühe, die Augen offen zu halten – satt macht eben müde. 13 Mutterkühe leben in der Harder Landstraße 30. Der Hof der Familie Flatz ist zudem einer von wenigen Putenbetrieben im Land. Rund 700 Federtiere werden in beheizten Ställen aufgezogen. Neugierig recken sie ihre blauen Köpfe und roten Hälse in Richtung Besucher.

Empfindliche Tiere

Mit der Putenzucht haben Judith und Klaus Flatz vor 25 Jahren begonnen. „Anfangs haben wir nur einmal im Jahr rund 40 Tiere geschlachtet“, erinnert sich der Landwirt. Seit der Eröffnung des hofeigenen Ladens vor 18 Jahren werden die gefiederten Tiere das ganze Jahr über gehalten. Die Putenzucht – das sei eine heikle Sache, meint Flatz: „Die Tiere sind sehr empfindlich und mögen keine Kälte und keine Nässe. Man muss sich sehr gut mit ihnen befassen, um ihre Macken in den Griff zu bekommen.“ Da die Puten ursprünglich in warmen Gefilden heimisch waren, sind sie auf die hiesige Kälte nicht eingestellt. Auslauf ist daher nur bei Schönwetter angesagt. Dennoch soll es den Tieren weder an Platz, Licht, trockener Einstreu noch an gutem Futter fehlen. „Sie bekommen ausschließlich Getreide und lebensnotwendige Vitamine, keine Hormone, Leistungs- oder Wachstumsförderer“, sagt der Bauer.

Die Mutterkühe verbringen rund zehn Monate mit ihren Jungen – zunächst in einer Box und von April bis Anfang November draußen auf dem Feld. „So kann das Kälbchen jederzeit trinken“, legt Flatz Wert auf ein möglichst natürliches Umfeld, in dem sich die Tiere entwickeln können und ihren Bedürfnissen angepasste Verhältnisse vorfinden. Außerdem sollen sie nicht ständig unter Stress stehen. „Wenn die Tiere weniger Stresshormone produzieren, dann merkt man das auch an der Fleischqualität“, ist der Harder Bauer überzeugt.

Das Kälbchen kann jederzeit bei seiner Mutter trinken.

Klaus Flatz
Bauer Flatz mit seinem Federvieh: Die Puten (auch Truthähne genannt) wurden von den Indianern in Mittel- und Nordamerika domestiziert.
Bauer Flatz mit seinem Federvieh: Die Puten (auch Truthähne genannt) wurden von den Indianern in Mittel- und Nordamerika domestiziert.
Bis zu sieben Fleischsorten sind in einer Pute vereint.
Bis zu sieben Fleischsorten sind in einer Pute vereint.