Für den Führerschein gelten neue Regelungen

Vorarlberg / 18.01.2013 • 21:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mehrphasenausbildung Motorrad: In die neue Klasse A 1 kann man jetzt ab dem vollendeten 16. Lebensjahr einsteigen. foto: ÖAMTC
Mehrphasenausbildung Motorrad: In die neue Klasse A 1 kann man jetzt ab dem vollendeten 16. Lebensjahr einsteigen. foto: ÖAMTC

Heute tritt neue EU-Führerscheinrichtlinie in Kraft – neuer Motorradschein.

schwarzach. Die wichtigsten Neuerungen betreffen neben der Befristung des Führerscheins auf 15 Jahre – bei Neuausstellung – vor allem die Ausbildung zum Motorradführerschein. Hier werden insgesamt vier verschiedene A-Klassen eingeführt.

Die Moped-Lizenz war bisher ein Ausweis, der von den Fahrschulen ausgestellt werden durfte. Nun wird der Ausweis zum „echten“ Führerschein aufgewertet, die Prüfung kann ab dem vollendeten 15. Lebensjahr absolviert werden. „Das ist eine reine organisatorische Änderung. Bei der Ausbildung selbst ändert sich grundsätzlich nichts“, sagt Barbara Germann-Frener, Sprecherin der Vorarlberger Fahrschulen.

Gravierende Änderungen ergeben sich es bei der Lenkerberechtigung für leistungsstärkere Zweiräder. Einen Motorradführerschein gibt es nun schon ab dem vollendeten 16. Lebensjahr. Die Führerscheinklasse A1 wird neu eingeführt: Mit der Ausbildung in dieser Kategorie dürfen Motorräder mit maximal 11 kW/15 PS und 125 cm3 gefahren werden.

Wie einst für Kleinmotorräder

Vergleichbar ist die neue Lizenz mit dem früheren Kleinmotorradführerschein, jedoch war dieser auf 50 cm3 beschränkt. Die Fahrschulen sehen diese Neuerung nicht unproblematisch. Germann-Frener: „Die Motorkraft ist doch recht groß für so junge Leute.“ Immerhin: „Die Leistung ist auf 80 bis 120 km/h ausgelegt“, sagt Reinhard Loitz vom gleichnamigen Lauteracher Zweiradfachgeschäft. Mit einem Roller habe das schon eher wenig zu tun. Er glaubt auch, dass das Interesse eher bei den Burschen geweckt werden dürfte. „Aber es wird eine Kostenfrage sein“, denkt Loitz, zumal sich diese Fahrerlaubnis, wie auch die Fahrschulsprecherin vermutet, ähnlich dem Erwerb des bisherigen Motorradführerscheins auf 1000 bis 1100 Euro belaufen wird. „Die Ausbildung wird ja im gleichen Ausmaß wie bisher schon erforderlich sein.“ Mit der Ausbildung beginnen dürfen die Fahrschüler bereits mit fünfzehneinhalb Jahren.

Ein Mehraufwand kommt auf die Zweiradfahrer mit den neuen EU-Richtlinien zu. „Die automatischen Vorrückungen zur nächsten Stufe, sei es von A1 auf A2 (35kW/48 PS) oder von A2 auf A (ohne Leistungsbeschränkung) gibt es künftig nicht mehr“, sagt Germann-Frener. Die Bewerber müssen jetzt eine Praxisprüfung oder eine siebenstündige Ausbildung absolvieren.

Fahrschulen hadern

Doch Mehraufwand bedeutet das nicht nur für die Fahrschüler, sondern auch für die Fahrschulen. „Für uns erfordert die neue Richtlinie eine innerbetriebliche Umstrukturierung, es arbeiten derzeit alle akribisch daran, dies auf Schiene zu bringen“, sagt Barbara Germann-Frener, die hofft, dass dies nun für lange Zeit die letzten Änderungen waren. Gefordert werden die Fahrschulen derzeit nicht nur von Brüssel aus, sondern auch von Wien. Denn wegen einer österreichischen Verordnung muss nun im Jänner die Computerführerscheinprüfung, die seit 1998 im Einsatz war, komplett umgestellt werden.

Die Motorkraft ist doch recht groß für so junge Leute.

Barbara Germann-Frener

Auf einen Blick

Die Neuerungen ab 19. Jänner:

» Führerscheinklasse A1
16-Jährige dürfen nach bestandener Ausbildung Motorräder bis 125 Kubikmeter Hubraum lenken.

» Keine automatische Vorrückung
Ist man bisher automatisch zur nächstgrößeren Motorradmotorisierung aufgerückt, bedarf es nun einer Prüfung oder einer Ausbildung.

» Bestimmungen für Anhänger
Durch die Einführung der neuen Klasse BE wird das Gewicht für Anhänger auf 3,5 t beschränkt. Inhaber eines Führerscheins der Klasse B dürfen ab dem 19. Jänner nun schwerer ziehen.