Und alles läuft weiter

Vorarlberg / 18.01.2013 • 21:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am Tag nach dem großen Schneefall bringt die Morgensonne eine verzauberte Welt zum Leuchten. Die Nachbarn schippen noch einmal ihre Hauseinfahrten frei. Aber das Wütende ist aus ihren Bewegungen verschwunden. Die weiße Decke dämpft alle Geräusche ab. Selbst die Motoren der Autos schnurren jetzt behaglich leise, wie das die Konstrukteure im Leben nicht zusammenbringen.

Der Postbote macht gar keinen Lärm. Der lenkt sein ungelenkes Frachtrad zwischen all den Schneehaufen hindurch. Die wollene Mütze und der dicke Schal geben grade mal Nase und Augen frei. An den Dachtraufen wachsen Eiszapfen dicht bei dicht. Bitter kalt ist es geworden. Aber der radelt trotzdem.

Muss er ja auch. Die Menschen richten ihr Leben nicht mehr nach der Witterung aus, spätestens seit die Glühbirne die Nacht erstmals zum Tag gemacht hat. Also sind sie unterwegs, die Postboten und Zeitungsausträger, Räumdienste und Einsatzfahrzeuge. Alles läuft weiter. Nur eben leiser. Also setzt man sich ins Auto und rollt los und sieht im Rückspiegel noch einmal zu, wie einer mit dem Fahrrad Pakete von Haus zu Haus bringt. Und denkt sich: Danke.

thomas.matt@vn.vol.at, 05572/501-724