„Wir haben uns gefunden und nicht mehr losgelassen“

Vorarlberg / 18.01.2013 • 19:49 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Glücklich und zufrieden blickt das Paar auf 50 gemeinsame Jahre zurück.
Glücklich und zufrieden blickt das Paar auf 50 gemeinsame Jahre zurück.

Dornbirn. Glücklich und zufrieden blicken Marianne und Gregor von der Thannen auf 50 Ehejahre zurück. Sie feiern den großen Tag heute mit ihrer Tochter Waltraud, Schwiegersohn Klaus, den beiden Enkeln Daniel und Tobias sowie Verwandten, Freunden und Bekannten zu Hause. Morgen, Sonntag, wird dann noch einmal bei einem guten Essen im kleinen Kreis auf noch viele gemeinsame Jahre angestoßen.

Geboren im Tobel wuchs Marianne geb. Schwendinger mit einer Schwester und einem Bruder, der leider schon verstorben ist, behütet auf. Nach dem Schulbesuch, an den sie viele schöne Erinnerungen hat, begann für sie der Ernst des Lebens. Bei Elastisana fand sie als Näherin Arbeit und blieb dort, bis die Firma geschlossen wurde. Die letzten fünf Jahre bis zur Pensionierung half sie mit, das Rathaus sauber zu halten. Gerne erinnert sie sich an diese Zeit, da sie mit den Kolleginnen sehr gut ausgekommen ist und bei Ausflügen die Gemeinschaft gepflegt wurde. Gregor von der Thannen kam in Lingen­au zur Welt und wuchs mit zwei Brüdern umsorgt auf. Nach seiner Schulzeit zog die Familie nach Dornbirn ins Haus seines Vaters in der Vorderen Achmühlestraße 35. Um den Lebensunterhalt für sich und später seine Familie zu verdienen, arbeitete er bei der Stadt, im Sägewerk Wins­auer, bei F. M. Zumtobel und ab 1963 bis zu seiner Pensionierung 1998 beim Post- und Telegraphenamt.

Vom Kennenlernen bis zur Familiengründung

„Eigentlich haben wir uns durch meinen Cousin kennengelernt“, erinnert sich die Jubilarin. „Zwar sind wir uns bei einem Jahrgängertreffen im Gasthaus ,Flur‘ zum ersten Mal begegnet und haben uns gleich sympathisch gefunden. Wir sind beide Jahrgang 1939 und nur sechs Tage auseinander, ich bin am 24. Dezember geboren und Gregor am 18. Dezember, aber so richtig angefangen hat es, als die beiden beim Bundesheer waren. Mein Cousin hat zu Gregor gesagt: ,Ich habe eine schöne Cousine, und der schreiben wir einen Brief.‘ Da ist natürlich viel Blödsinn drin gestanden. So sind wir zusammengekommen und am 19. Jänner 1963 haben wir uns in Göfis das Jawort gegeben.“ „Dazu gibt es auch noch eine lustige Geschichte“, so Gregor von der Thannen, „aber die soll meine Frau erzählen.“ „An unserem Hochzeitstag war es sehr kalt, und meine Schwiegermutter hat mir lange Unterhosen von Gregor gegeben, damit ich mich nicht erkälte, die hat man unter meinem langen Hochzeitskleid nicht gesehen. Das war dann eine große Überraschung für Gregor zu Hause“, schmunzelt die Jubilarin.

In Gregors Elternhaus wohnte das Paar in einem kleinen Zimmer und freute sich bald über die Geburt ihrer Tochter Waltraud. Neben der Kindererziehung und dem Haushalt arbeitete Marianne weiter halbtägig bei Elastisana. 1967 wurde der alte Stadel abgerissen und ein Doppelhaus gebaut, in dem auch Gregors Brüder Arnold und Ewald wohnen.

Ruhiges Leben

Das Leben verlief ruhig, und am liebsten hielt sich die Familie in den Bergen und in ihrem Haus in Ebnit auf. Beide sind leidenschaftliche Holzer und binden Buscheln, die dann im Kachelofen für wohlige Wärme sorgen. Im Garten baut Gregor von der Thannen Gemüse an, das seine Frau zu Köstlichkeiten verarbeitet. In stillen Stunden sitzt Marianne gerne gemütlich am Fenster, legt die Füße hoch und liest einen Roman. Früher hat sie viel gestickt und gehäkelt. Beide fühlen sich noch jung, und Mariannes Frohnatur lässt keine Langweile aufkommen. Wenn die Abende dann doch lang werden, spielt das Paar Karten, und mit dem erspielten Geld wird eingekehrt. „Größere Reisen haben wir nur wenige gemacht, wir haben gerne in Österreich Urlaub gemacht, waren aber auch in Deutschland und Italien“, so das Paar, das sich über die gute Gesundheit freut und auf noch viele gemeinsame glückliche Jahre hofft.

Am 19. Jänner 1963 gaben sich Marianne und Gregor von der Thannen das Jawort.
Am 19. Jänner 1963 gaben sich Marianne und Gregor von der Thannen das Jawort.