Arbeitsunfall: Wer zahlt?

Vorarlberg / 25.01.2013 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Verletzte (hier Bild mit Anwältin Olivia Lerch) ist zu 100 Prozent Invalide. Foto: VN/Hofmeister
Der Verletzte (hier Bild mit Anwältin Olivia Lerch) ist zu 100 Prozent Invalide. Foto: VN/Hofmeister

Aufgrund hoher Forderungen müssen Unfallhergang und Haftung genau geklärt werden.

Feldkirch. (VN-ec) Baustellen sind als gefährlicher Arbeitsplatz bekannt, schwere Unfälle häufig. Zur Klärung der Frage „wer zahlt, wer haftet?“ braucht es meist langwierige Prozesse. So wird sich auch jener 42-jährige Bregenzerwälder, der im Oktober 2011 von einer Radladerschaufel eingeklemmt und schwerstens verletzt wurde, noch lange gedulden müssen, bis die Schuld geklärt ist. „Zur Hälfte bin ich selbst schuld“, räumt er als Kläger von Anfang an ein. Alles Weitere muss das Arbeits- und Sozialgericht entscheiden. Der Arbeiter wollte einen Defekt an der Steinbrecheranlage reparieren. Zu dem Zweck stieg er in die Schaufel eines Radladers. Wieso der Mann zwischen Schaufel und Anlage eingeklemmt wurde, ist strittig. Die Angaben von Verletztem und Radladerfahrer weichen beträchtlich voneinander ab. Anwalt Christoph Dorner vertritt die Baufirma, welcher der Radlader gehört. „Das Fahrzeug stand nur zufällig auf dem Kiesplatz und wurde ohne Rücksprache eigenmächtig in Betrieb genommen. Der Radlader war generell nicht das geeignete Instrument, um die Reparatur vorzunehmen. Mit einer Leiter wäre diese viel einfacher möglich gewesen“, wehrt sich die Fahrzeughalterin.

Markus Fink, Anwalt des Fahrers, hält entgegen, dass es sich keineswegs um eine „Schwarzfahrt“ gehandelt habe. Eines scheint jetzt schon klar: Einen Vergleich kann es kaum geben. Alles ist widersprüchlich und Dauerfolgen beim Verletzten sind garantiert. Er ist zu 100 Prozent Invalide und muss noch mehrmals operiert werden. Was die Klärung des Sachverhalts zusätzlich erschwert, ist, dass offenbar Beweisfotos durch einen technischen Defekt bei der Polizei verloren gegangen sind. Nur zwei Bilder konnten gesichert werden. „Zum einen ist mein Mandant mit den gesundheitlichen Folgen schwer belastet, zum anderen macht es ihm zu schaffen, dass er zum Nichtstun verurteilt ist“, beschreibt Klagsvertreterin Olivia Lerch die Situation des Verletzten. Im März wird der Prozess mit der Einvernahme der Parteien fortgesetzt. Dies wird vermutlich mehrere Stunden dauern.