Folgenschwerer Fehler, potenzieller Minister

Vorarlberg / 25.01.2013 • 21:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
FPÖ-Bundeschef Strache, FPÖ-Landeschef Egger: In Wiener Medien wird der Vorarlberger als potenzieller Minister gehandelt. Foto: VN/Hofmeister
FPÖ-Bundeschef Strache, FPÖ-Landeschef Egger: In Wiener Medien wird der Vorarlberger als potenzieller Minister gehandelt. Foto: VN/Hofmeister

Verwirrung. Die ÖVP-Sportsprecherin Monika Reis sorgte vergangenen Mittwoch für viel Verwirrung, schrieb sie in ihrer Presseaussendung über die Sitzung des Sportausschusses doch Folgendes: „Nachdem die wichtigsten Personalentscheidungen im Sportservice und im Sportreferat gefallen sind, kann mit der strategischen Neuausrichtung begonnen werden.“ Resultat? Bei Sportlandesrätin Bernadette Mennel und Dieter Egger, dem Vorsitzenden des Sportausschusses, liefen die Telefone heiß. Wer denn nun die neuen Leute in den Sport-Schlüsselpositionen seien, wollten vor allem Medienleute wissen. Noch zu Beginn der Woche hatte Mennel ja dezidiert erklärt, die neuen Führungskräfte würden erst in einigen Wochen feststehen. Und in der Tat stehen die Personalentscheidungen noch nicht fest. Reis hatte einfach das falsche Wort verwendet – sie hätte den Satz nicht mit dem Wort „nachdem“ sondern mit dem Wort „sobald“ beginnen müssen. Welche Verwirrung doch ein einzelnes, falsch verwendetes Wort stiften kann . . .

Ironie. Auf der neuen Internetseite von ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf finden sich auch „KOPF.nüsse“. Dahinter verbergen sich Rätselaufgaben, die allerdings mehr Aufgaben als Rätsel sind. Frage 1: „Bei welcher Fußballmannschaft ist Karlheinz Kopf Präsident?“ Antwortmöglichkeiten: „Union Mauer“, „Altach“, „Bregenz“. Kleine Hilfestellung: Der 55-Jährige ist Altacher mit Leib und Seele. Etwas weniger schwer ist Frage 2: „Wie heißt ÖVP-Klubobmann Kopf mit Vornamen?“ Antwortmöglichkeiten: „Karl“, „Heinz“, „Karlheinz“. Frage 3: „Aus welchem Bundesland kommt Karlheinz Kopf?“ Antwortmöglichkeiten: „Vorarlberg“, „Steiermark“, „Kärnten“. Weitere Fragen gibt es nicht. Ob die „KOPF.nüsse“ nun Chancen haben, zum Spiel des Jahres gewählt zu werden, ist nicht bekannt.

Eisgekühlt. Ob das einer e5-Gemeinde würdig ist? Wohl eher nicht, sind doch die Heizkosten in der Volksschule Wolfurt-Bütze um mehr als 40 Prozent gestiegen, nachdem Direktor Bernd Dragosits erfolgreich eine Raumtemperatur von wenigstens 20 Grad eingemahnt hatte. Bis dahin war es gar nicht so selten, dass Schüler und Lehrer bei gerade einmal 16 Grad bibbern mussten. Dafür gibt es den Luxus eines beheizten Pausenplatzes. Die Rohre der in die Jahre gekommenen Heizanlage führen nämlich vom Kindergarten quer über den asphaltierten Platz zu den Schulräumlichkeiten. Und wenn der Ofen auf Hochtouren läuft, taut zumindest ein Teil des Pausenhofes auf. Allerdings nicht nur die Heizung, auch das Schulgebäude braucht dringend eine Sanierung. Nach mehrmaligen Vorsprachen hat Bürgermeister Christian Natter zugesagt, spätestens im März ein Reihung der dringendsten Investitionsvorhaben vorzunehmen.

Dragosits hofft, dass seine Schule weit vorne aufscheint.

Minister. In Wiener Medien wird FPÖ-Landeschef Dieter Egger wieder einmal als potenzieller Ministerkandidat gehandelt, sollte die FPÖ nach der nächsten Nationalratswahl der Regierung angehören. So sieht Bundesobmann Heinz Christian Strache laut „News“ Egger gar für den Posten des Finanzministers vor. Egger wird in dem entsprechenden Artikel wie folgt beschrieben: „Dieter Egger ist Klubobmann der Vorarlberger Freiheitlichen und seit 1995 für die FPÖ aktiv. Für Aufsehen sorgte der 43-Jährige mit seinen antisemitischen Aussagen, als er im Vorarlberger Landtagswahlkampf 2009 Hanno Loewy, den Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, als „Exil-Juden aus Amerika“ bezeichnete. Kurz und bündig.

Treffen. Apropos kurz: Sebastian Kurz, der Staatssekretär, war am Donnerstag auf Einladung der jungen Wirtschaft zu Besuch im Land. Am Abend gingen Thomas Winsauer, Julian Fässler und andere mit Kurz in die Hämmerle-Bar in Dornbirn. Man wolle dem Staatssekretär die neue „In-Bar“ in Vorarlberg zeigen, soll Winsauer zu Kurz gesagt haben.

Als die ÖVP-Politiker bei der Hämmerle-Bar eintrafen, staunten sie allerdings nicht schlecht – stand doch unmittelbar vor dem Eingang der mit SPÖ-Logos reichlich dekorierte Honda von SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner. Letzterer war nach einer Parteisitzung mit SPÖ-Landeschef Michael Ritsch ebenfalls in die Hämmerle-Bar geeilt. Und als nun Kurz den SPÖ-Wagen sah, soll er gesagt haben: „Was, bitteschön, tun denn die Roten da?“ In der Bar sollen sich die Politiker dann allerdings fraktionsübergreifend amüsiert haben, wurde berichtet.

Splitter

Ich ging davon aus, dass die Sache im Parlament untergehen wird.

LH Markus Wallner über
die Spekulationsverbots-
Verhandlungen in Wien

Der ÖVP-Klub ist die Abstimmungsmaschinerie der Landesregierung.

Michael Ritsch, SPÖ-Landeschef

Dass die Opposition der Regierung sagt, nach welchen Regeln sie zu kommunizieren hat, ist schon etwas überzogen.

Roland Frühstück, ÖVP-Klubobmann

Es ist nicht nötig, sich bei Boulevardmedien anzubiedern.

Karlheinz Kopf,
ÖVP-Klubchef