Nach dem Casino nun an Spieltischen anderer Art

Vorarlberg / 27.01.2013 • 18:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vom Casino-Direktor zum Märchenerzähler: Die Enkel Paul und Emil genießen die Zeit mit ihrem Opa.
Vom Casino-Direktor zum Märchenerzähler: Die Enkel Paul und Emil genießen die Zeit mit ihrem Opa.

Enkel, Sport und Hausrenovierungen halten den ehemaligen Casino-Direktor auf Trab.

Velden. Beppo Semler kennt sich aus mit dem Glück. 41 Jahre lang erlebte er hautnah, wie eine einzige Zahl das Leben eines Menschen verändern kann, wie nahe Glück und Pech zusammenliegen. Er erinnert sich an eine damals 19-jährige Spielerin, die erstmalig in ihrem Leben drei Spielmünzen in den Automaten warf und gleich den Mega-Jackpot von 3 Mill. Schilling knackte. Sie konnte ihr Glück nicht fassen, fiel allen Croupiers um den Hals.

Und wie definiert der ehemalige Direktor des Bregenzer Casinos seine persönliche Vorstellung von Glück? „Vorarlberg ist mir zur zweiten Heimat geworden. Ich hatte eine wunderbare Zeit, in der ich wertvolle Freunde kennenlernte und das Glück, verlässliche Mitarbeiter in meinem Team zu wissen.“ Neben der Gesundheit weiß er unerwartete Glücksmomente zu schätzen, die einfach passieren, eine nicht geplante Begegnung beispielsweise, ergänzt Beppo Semler.

Vielseitig begabt

Der gebürtige Kärntner übersiedelte nach der Pensionierung mit seiner Frau Claudia in deren alte Heimat. „Dort sind wir unseren Kindern und den zwei Enkeln näher, die allesamt in Wien wohnen.“ Für Emil und Paul tauschte Opa Beppo die Spieltische und endet nun bei so manchen „Mensch ärgere dich nicht“-Runden als tapferer Verlierer. Daneben zieht es den sportlichen Jungrentner auf die Skipiste, er klettert im Sommer in der nahegelegenen Bergwelt oder geht schwimmen im Wörthersee. Das Golfspiel gab er nach 35 Jahren auf, obwohl er bereits beim hervorragenden Handicap 4 angelangt war.

„Man muss auch in meinem Alter öfter mal was Neues ausprobieren“, beweist Semler Offenheit. Zum Beispiel sich als Handwerker unter Beweis stellen. Gerade ist er mit der Renovierung des Eigenheimes in Velden beschäftigt, streicht Räume aus, führt Elektroinstallationen durch. Ein „rien ne va plus“ kennt er nicht. „Die Technik und das Handwerk haben mich immer schon interessiert“, begründet Beppo Semler seine Vielseitigkeit. Er bezeichnet sich selbst als Genießer, der früher durchaus auch eine feine Zigarre zu schätzen wusste. Jetzt genießt er die gemeinsame Zeit mit seiner Frau Claudia. Sie kochen leidenschaftlich gerne zusammen, laden Freunde zum Essen ein. „Wenn man 41 Jahre lang in diesem Beruf tätig war, eignet man sich natürlich gewisse Gastgeberqualitäten an.“ Überhaupt denkt er gerne zurück an seinen „Traumberuf“.

Das Casino in Bregenz entwickelte sich unter seiner Leitung zur erfolgreichsten Spielbank im Bodenseeraum und zu jenem mit den größten Umsätzen aller zwölf Casinos in Österreich.

Heimweh nach Vorarlberg

Gelegentlich packt ihn das Heimweh. Zuletzt nahm er die Einladung zur Mitarbeiter-Weihnachtsfeier in Bregenz an. „Die Freude über das Wiedersehen war groß, zumal ich die freundschaftlichen Kontakte ins Ländle erhalten möchte“, bekräftigt Beppo Semler, der immerhin 15 Jahre seines Lebens im Ländle verbrachte.

Zur Person

Josef alias Beppo Semler

Geboren: 16. Juni 1947

Familie: verheiratet mit Claudia,
2 Kinder, 2 Enkel

Berufliche Stationen:

1971 – Eintritt als Croupier bei den Casinos Austria, danach verschiedene Stationen innerhalb Österreichs, 1996 – zum Direktor des Casinos in Bregenz bestellt, 1. Jänner 2012 – Pensionierung

Selbstbeschreibung: Ich sehe mich als Genießertyp, bin ein Harmonisierer und versuche, Lösungen gemeinsam zu erarbeiten, bin an mathematischen und technischen Themen interessiert.

Hobbys: früher Golfspielen (Handicap 4), heute Skitouren, Bergwandern und -klettern, Schwimmen, Radfahren