Von glücklichen Hühnern und entspannten Kühen

Vorarlberg / 01.02.2013 • 19:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christa Natter zeigt, wie Freilandeier von glücklichen Hühnern aussehen. Fotos: VN/Paulitsch
Christa Natter zeigt, wie Freilandeier von glücklichen Hühnern aussehen. Fotos: VN/Paulitsch

Als einer der ersten Betriebe setzte die Bezauer Familie Natter auf Freilandhühner.

Bezau. (VN-ger) Der Anfang war alles, aber bestimmt nicht einfach. Von so manchem wurden Hubert und Christa Natter mehr oder weniger als „Spinner“ abgestempelt. Damals vor 19 Jahren, als sie mit der Freilandhaltung begannen. „Es war ein harter und zäher Weg. Wir mussten sehr viel Geduld und einen langen Atem haben“, blickt Christa Natter zurück. „Den doppelten Preis wie für Käfighaltungseier zu verlangen – das war den Leuten schwierig zu vermitteln“, fügt Gatte Hubert an. Doch die beiden Bezauer haben stets an das geglaubt, was sie taten und können heute getrost sagen: „Es hat sich rentiert.“

Knapp 2000 glückliche, weil freilaufende Hühner legen ihre Eier auf dem Chris­tahof. Zwei Hektar Auslauffläche stehen den Federtieren zur Verfügung. Jede der mit rein pflanzlichem und gentechnikfreiem Futter genährten Hennen legt zwischen 290 und 300 Eier pro Jahr. Diese werden direkt vermarktet – an Lebensmittelgeschäfte im und außerhalb des Bregenzerwaldes, an die Gastronomie und an knapp 400 private Kundschaften, die die Eier alle zwei Wochen vor die Haustüre geliefert bekommen.

Bitte mit Massage

„Wir legen großen Wert auf artgerechte Haltung. Und man sieht auch, dass es den Tieren gut geht. Sie sind ruhig und zufrieden“, ist der Landwirt überzeugt von seinem Tun. Wenn er von Tieren spricht, dann meint er nicht nur seine Hühner, sondern auch die Kühe und Rinder, die einen Stall weiter zugange sind. Franz, Alma, Igor, Falco – jedes der Tiere hat einen Namen. Vor zwei Jahren wurde der neue Laufstall samt Massagebürsten, Liegeboxen und Ruhezonen für die Kälber in Betrieb genommen. „Am Nachmittag gehen sie zwei Stunden in den Stall liegen, ansonsten sind sie den ganzen Tag draußen.“ Die Kälber bleiben nach der Geburt zwischen zehn und elf Monate bei ihrer Mutter. Das hat einerseits zeitliche Vorteile, da die Kühe nicht gemolken werden müssen. Andererseits wirkt sich das – nebst Auslauf und Bewegung – auch äußerst positiv auf die Gesundheit aus: „Dadurch, dass sie lange Milch trinken, sind die Kälber sehr gesund. Wir brauchen den Tierarzt nie bis selten“, erläutert Christa Natter.

Von Ende April bis Ende Oktober halten sich die Kühe und Rinder ausschließlich im Freien auf – zunächst auf dem Vorsäß und anschließend auf der Hochalpe. Stressfrei sollen sie es bis zur Schlachtbank haben. „Ich bleibe beim Tier, bis es tot ist. Dadurch schütten sie viel weniger Stresshormone aus, was sich wiederum auf die Fleischqualität auswirkt“, fasst Hubert Natter zusammen, der mit dem 18-jährigen Sohnemann bereits einen ambitionierten Nachfolger in Aussicht hat: „Er hat schon Ideen, was er einmal machen möchte.“

In der Ruhezone können die Kälber ungestört die schönen Seiten des Kuhlebens genießen. Wenn nicht gerade der Chef zu Besuch kommt.
In der Ruhezone können die Kälber ungestört die schönen Seiten des Kuhlebens genießen. Wenn nicht gerade der Chef zu Besuch kommt.

Nähere Informationen zum Betrieb von Hubert und Christa Natter auf: www.christahof.at