Zukunftsfähig

Vorarlberg / 01.02.2013 • 20:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wir sind die Generation, die die Verantwortung dafür hat, die Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben nachfolgender Generationen zu schaffen. Interesse an dem, was geschieht, und fundiertes Wissen, um die Komplexität und Zusammenhänge erfassen zu können, sind Voraussetzung für die Fähigkeit, Zukunft zu gestalten.

Laut CNN hat etwa das US-amerikanische Bildungssystem bereits eine „verlorene Generation“ hervorgebracht. Auch hierzulande sind immer weniger Schüler in der Lage, sinnerfassend zu lesen. Unsere VN-Leserbeirätinnen sehen neben guter Allgemeinbildung auch dringenden Bedarf an Ethikunterricht – wobei Religion Privatsache bleiben muss.

Wenn wir Gemeinwohlwirtschaft und eine Lebensweise unter Einhaltung der Menschenrechte und im Einklang mit der Natur anstreben wollen, dann müssen wir die Unternehmer von morgen schon heute an der Hand nehmen, dann können wir es uns nicht leisten, eine weitere Generation der gängigen Standard-Bildung zu unterwerfen, von der wir wissen, dass sie das Ziel verfehlt hat. Sozialkompetenz, Mut, selbstloses Verhalten, Beziehungsfähigkeit in allen Bereichen des Lebens müssen vermittelt werden.

Wir haben längst verlernt, darauf zu achten, uns ethisch zu verhalten. Einem seelisch gesunden Menschen kann es nicht gut gehen, wenn die Welt im Elend versinkt. Er wird aktiv im Einsatz für Gerechtigkeit, die über viele Generationen hinweg reicht. Er weiß, dass die verheerende Ausbeutung der Natur ein Betrug an der Zukunft ist. Für Immanuel Kant entspringen die Prinzipien der Moral allein der menschlichen Vernunft: „Indem wir uns als freie soziale Wesen begreifen, liegt es in unserer Macht und Verantwortung, moralisch gut zu handeln.“

Siddhartha Gautama wusste schon vor 2500 Jahren, dass die „Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung“ die Ursache von Leid sind und dass durch deren Vermeidung Glück entsteht. Michael J. Sandel erklärt in seinem Buch „Was man für Geld nicht kaufen kann“ die „moralischen Grenzen des Marktes“.

Der Habgier, Genusssucht, Maßlosigkeit, Trägheit, dem Hochmut, Zorn und Neid stehen die Tugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Mut, Mäßigung, Genügsamkeit, Güte und Liebe gegenüber. Wählen wir als freie, gebildete Menschen in einem demokratischen Land ganz bewusst einen Lebensstil, der kein Leid verursacht und stattdessen allen nützt. Wollen wir wegen Geldgier und Vergnügungssucht unseren Nachkommen Würde und Freiheit nehmen und ihnen eine öde, gefährliche und verarmte Welt hinterlassen?