„Humor kam bei mir nie zu kurz“

Vorarlberg / 10.02.2013 • 21:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hugo Rogginer ist stolz auf die zahlreichen Faschingsorden, „weil dahinter viel Ehrenamt steckt“. Foto: Marlene Matt
Hugo Rogginer ist stolz auf die zahlreichen Faschingsorden, „weil dahinter viel Ehrenamt steckt“. Foto: Marlene Matt

Hards Ex-Bürgermeister Hugo Rogginer blüht in der närrischen Zeit richtig auf.

Hard. In den vergangenen Monaten war Hugo Rogginer im Dauerstress, denn spätestens im November beginnen immer die Ausschreibungen für den großen Faschingsumzug in Hard. Als Mitglied des Elferrats der Harder Mufängar organisiert und koordiniert er das ganze Drumherum.

Zwar bezeichnet er sich selbst als begeisterten Faschingsnarren, „Hunderte Stunden kommen da jedes Jahr aber schon zusammen“, resümiert Rogginer und ergänzt mit einem Lacher: „Das ist aber noch lange nicht mein einziges Tschöple.“

Kurze Zeit nach der Pensionierung wählte man ihn zum Obmann des Seniorenbundes Hard. Und weil er so schlecht Nein sagen kann, nahm er auch noch die Vizeobmannschaft des Vorarlberger Seniorenbundes an. In dieser Funktion organisiert er etwa 90 Reisen im Jahr, begleitet diese teilweise und sorgt für Unterhaltung.

Ein Allrounder

„Auf der Bühne fühle ich mich einfach wohl, als Moderator wie auch als Musiker“, gesteht Hugo Rogginer. So war es auch beim letztjährigen Kaiserfest am See. Immerhin moderierte er in früheren Jahren fünf Jahre lang die beliebte Radiosendung „Musik nach Wunsch“ und sorgte bei den „Trocaderos“ als Sänger und Musikant für angeheizte Stimmung in den Tanzsälen. Heute noch übt der Allroun­der täglich an der Gitarre, Klarinette und am Saxofon und lässt ungern einen Termin aus, wo viel gelacht und gefeiert wird.

Mehr auf die Leute zugehen

Mit all seiner Energie musste Hugo Rogginer für einige Zeit radikal zurückfahren. Zwei schwere Herzinfarkte waren dann auch der Grund, 2010 das Amt des Bürgermeisters in Hard zurückzulegen. „Das war ein Zeichen für mich, nach zwölf intensiven Jahren kürzerzutreten.“ Obwohl er „diese ehrenvolle Aufgabe immer gerne gemacht hat“.

Er erzählt vom Hochwasser 1999, von den vielen sorgenvollen Gemeindebürgern und wie er gemeinsam mit einem motivierten Team diese erste Reifeprüfung als neuer Gemeindechef bestanden hat. Diese Erfahrung habe ihn all die Jahre beflügelt, dass man gemeinsam ein Ziel erreichen kann, auch wenn es noch so schwierig erscheine. Würde er heute als Bürgermeister etwas anders machen? „Ja. Ich würde viel mehr auf die Bürger zugehen, mit ihnen vor Ort über ihre Probleme und Bedenken diskutieren und Betroffene direkt auf ein Thema ansprechen“, gibt Hugo Rogginer unumwunden zu.

Natürlich verfolgt er auch heute noch das Gemeinde­geschehen in Hard. Oft würde es ihn, gibt er zu, „jucken“, eine Stellungnahme abzugeben, „aber dann siegt doch die Vernunft und ich denke mir halt dann nur meinen Teil“.

Zeit für Frau und Enkel

Nach den langen Jahren in der Politik genießt Hugo Rogginer nunmehr den Luxus, die Zeit frei einteilen zu können und sie in einem entschleunigten Gang zu verbringen. Besonders viel Zeit genießt er mit seiner Frau, „die in all den Jahren immer an meiner Seite und zu mir gestanden ist“. Gelegentlich sieht man den rüstigen Pensionisten aber auch auf seinem Fahrrad durch das Dorf flitzen oder er schiebt einen Kinderwagen, in dem eines seiner vier Enkelkinder sitzt.

Zur Person

OSR Hugo Rogginer

Geboren: 18. Juni 1947

Familie: verheiratet mit Francoise, 3 Mädchen, 4 Enkel

Berufliche Stationen: 1969 – Eintritt in den Lehrberuf, 1989 bis 1998 – Direktor der HS Mittelweiherburg Hard, 1998 bis 2010 – Bürgermeister der Marktgemeinde Hard, 2010 – Pensionsantritt

Selbstbeschreibung: Ich bin ein Allrounder, zielstrebig, mit viel Humor, habe klare Ziele vor Augen, die ich dann auch durchziehe, sowie eine sehr soziale Lebenseinstellung.

Hobbys: Musik (Gitarre, Saxofon, Klarinette), Radfahren, Fasching, Skifahren, Moderieren