Mit Medizinern gut versorgt

Vorarlberg / 10.02.2013 • 21:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bei der Ärztedichte steigt Vorarlberg bundesweit in den meisten Bereichen besser aus.

Dornbirn. (VN-mm) Wenngleich Wartezeiten beklagt werden: Tatsache ist auch, dass Vorarlberg nach Wien die höchste Dichte an niedergelassenen Ärzten hat. Auf Österreich umgelegt, steigt das westlichste Bundesland ebenfalls gut aus. Während gesamt gesehen je ein Arzt auf 1213 Einwohner kommt, müssen sich in Vorarlberg „nur“ 1181 Personen einen Mediziner teilen.

Dass das Verhältnis bei den Praktikern etwas schlechter ist, nämlich 2140 zu 2378, liegt am hierzulande gängigen Grundversorgermodell. Zu diesem gehören neben den Allgemeinmedizinern auch noch Internisten, Kinderärzte und Gynäkologen. In Vorarlberg arbeiten derzeit über 300 niedergelassene Ärzte mit Kassenvertrag und 267 Wahlärzte. Für Letztere besteht Niederlassungsfreiheit. Kollegen mit Kassenvertrag können sich auf frei werdende bzw. neu geschaffene Stellen bewerben. „Gemeinsam mit der Ärztekammer wird festgelegt, wo und in welchem medizinischen Bereich es Stellen braucht“, erklärt Dr. Ulrich Tumler, leitender Angestellter der Vorarlberger Gebietskrankenkasse. Danach erfolgt eine Ausschreibung. Zum Zug kommt der bestgereihte Kandidat.

Wartezeiten „vertretbar“

Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung gibt es vermehrt bei Praktikern. Offene Stellen zu besetzen dauert oft Monate. Zudem droht eine Pensionierungswelle. Aber auch so könne das System personell nie in dem Ausmaß bestückt werden, dass es ohne Wartezeiten abgeht, meint Ärztekammer-Vizepräsident Dr. Burkhard Walla. Wobei er die derzeit gegebenen für vertretbar hält. „Dringende Fälle kommen immer dran“, betont Walla.

Als Problemfeld nennt er die Orthopädie. Doch hier könne der Praktiker viel an Erstabklärung und Schmerzbehandlung leisten. Außerdem bestehe für Allgemeinmediziner die Möglichkeit, per EDV auf einen Facharzttermin zuzugreifen. „Die Versorgung funktioniert also auf hohem Niveau“, stellt Burkhard Walla fest.

Versorgungspyramide

Wartezeiten bei Fachärzten sind seiner Ansicht nach hausgemacht, weil durch Patienten verursacht, die beim Praktiker genauso gut aufgehoben wären. In diesem Zusammenhang fordert die Ärztekammer einmal mehr die Einhaltung der Versorgungspyramide. Das heißt, Patienten sollen sich zuerst an den Hausarzt werden, der Lotsenfunktion übernimmt. Dadurch könnten unnötige Facharztkonsultationen verhindert und freie Kapazitäten für jene Patienten geschaffen werden, die eine solche Behandlung tatsächlich benötigen. Nichtsdestotrotz signalisiert der Ärztevertreter „Interesse an einer besseren Versorgung“, etwa durch verlängerte Ordinationsdienste.

Einwohner je Arzt mit Kassenvertrag

Österreich Vorarlberg

Insgesamt: 1213 1181

Allgemeinmediziner: 2140 2378

Fachärzte: 3050 2473

Innere Medizin: 22.157 11.592

Kinder- und Jugendheilkunde: 29.964 24.729

Frauenheilkunde: 20.387 17.664

Augenheilkunde: 24.264 19.523

Urologie: 52.955 61.823

Orthopädie: 38.272 28.533

HNO: 37.092 33.721

Lungenkrankheiten: 60.141 92.734

Dermatologie: 36.608 41.215

Neurologie, Psychiatrie: 35.677 21.820

Unfallchirurgie: 526.236 370.935