Von Luxus und Existenzminimum

Vorarlberg / 10.02.2013 • 20:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Kluft zwischen Armen und Reichen wird auch in Vorarlberg immer größer.

bregenz. Die Kluft zwischen Arm und Reich geht auch in Vorarlberg immer weiter auseinander. Knapp 50.000 Personen, das sind 13 Prozent der Bevölkerung, gelten als armutsgefährdet. Dies belegen Zahlen der Armutskonferenz vom September des vergangenen Jahres. Die Ursachen für Armut sind vielfältig. Michaela Bitriol, Sozialarbeiterin bei den Sozialpsychiatrischen Diensten der aks gesundheit, verdeutlicht: „Jobverlust, Langzeitarbeitslosigkeit, Verschuldung, hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten, aber auch Krankheit und Scheidung sind Gründe für Mittellosigkeit.“ Ebenso gefährdet seien alleinerziehende Elternteile.

Ausweg aus der Mittellosigkeit

Insgesamt verfügen österreichweit die reichsten zehn Prozent der Einwohner über mehr als die Hälfte des privaten Geldvermögens. Die anderen 90 Prozent teilen sich die restliche Hälfte. Darauf macht der aks aus Anlass des Welttags der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar aufmerksam.

Doch es gibt Auswege aus der Mittellosigkeit. So sieht das Land Vorarlberg ein Existenzminimum vor. Es besagt, wie viel finanzielle Mittel einer Person zur Verfügung stehen müssen. Der Richtsatz der Bedarfsorientierten Mindestsicherung beträgt in diesem Jahr für Alleinstehende knapp 600 Euro. Wer darunter liegt, hat Anspruch auf unterschiedlichste Leistungen des Landes. Diese Mindest­sicherung, früher Sozialhilfe, unterstützt Menschen in Notlagen. Sie wird vom Land und den Gemeinden finanziert. Sie kann beim zuständigen Gemeindeamt oder bei der für den Wohnsitz zuständigen Bezirkshauptmannschaft beantragt werden.

Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit stellt die Wohnbeihilfe dar. Informationen und Beratung zu den Angeboten leisten die Sozial­arbeiter in den Gemeinden sowie bei den verschiedenen Einrichtungen wie der aks gesundheit, dem Institut für Sozialdienste (IfS), der Caritas und der Beratungsstelle Kaplan Bonetti.

Verminderte Chancen

Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit zielt auf das Abschaffen der Armut ab. Denn Armut bedeutet einen Mangel an Möglichkeiten. So können etwa ein geringeres Einkommen und schlechtere Bildungschancen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nachhaltig mindern.