Loacker will Neos-Nationalrat werden

08.03.2013 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Loacker: „Kaufe der VP ihre Reformkraft nicht ab.“ Foto: Vol.at/sturn
Loacker: „Kaufe der VP ihre Reformkraft nicht ab.“ Foto: Vol.at/sturn

Der Dornbirner Gerald Loacker (39), jahrelang bei der ÖVP, engagiert sich nun bei den Neos.

Schwarzach. (VN-ad) In offenen Vorwahlen werden die Neos ihre Kandidaten für die Nationalratswahl küren. Und einer, der sich diesen Vorwahlen stellen wird, ist der Dornbirner Gerald Loacker. Warum engagiert sich der 39-Jährige denn für die Neos? „Weil unser Land in einer Umklammerung der beiden alten Parteien steckt“, ärgerte sich der Jurist gestern im VN-Gespräch. Die Parteien hätten sich auf allen Ebenen einzementiert, nichts mehr bewege sich, „jede Reform wird blockiert“. Ergo sei es Zeit, die Mehrheit von Rot und Schwarz zu brechen. Laut Loacker wollen die Neos sich aber nicht in Fundamentalopposition üben, sondern mitarbeiten, „damit sich in diesem Land etwas ändert.“

Eine 13 Jahre alte Geschichte

Dass sich der Dornbirner für die neue Partei engagiert, ist bemerkenswert. Denn Loacker war jahrelang Parteimitglied der ÖVP, etwa auch als Stadtvertreter in Dornbirn. Und es ist sein zweiter Versuch, in den Nationalrat zu gelangen. Der erste hatte im Streit geendet. 2002 hatte sich der damals 29-Jährige für das Mandat im Wahlkreis Nord beworben und mit Blick auf seine Konkurrentin, die jetzige Nationalrätin Anna Franz, gesagt: „In einem urbanen Wahlkreis wie hier im Regionalwahlkreis Nord ist eine junge Führungskraft aus der Industrie sicher das frischere Signal als eine 50-jährige Lehrerin.“ Folge? Loacker wurde parteiintern scharf gerügt, verzichtete letztlich auf seine Kandidatur. Und heute? Kann er den Satz nicht mehr hören. Jung sei er damals gewesen und übermütig: „Da sagt man dann schon einmal etwas, was man später so nicht mehr sagen würde.“ Der ÖVP hat Loacker erst vor Kurzem den Rücken gekehrt – er, der zuvor stets schwarz gewählt hatte, trat vor eineinhalb Monaten aus der Volkspartei aus. „Ich kaufe der Partei ihre angebliche Reformkraft nicht mehr ab“, sagt der Dornbirner. Und generell packt ihn die Wut, wenn er an Österreichs Schuldenpolitik denkt: „Da bin ich ganz stark Vorarlberger. Man gibt nicht mehr Geld aus, als man hat.“ Österreich aber gehe unbeirrt den Schuldenweg, auf Kosten der Jungen, auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Ihn ärgert auch die in Österreich exorbitant hohe Parteienförderung. Und die Tatsache, dass direkte Demokratie in Österreich von oben verordnet wird. Die Neos wollen all das ändern. Und das sind Gründe, warum sich Loacker der neuen Bewegung anschloss – und mittlerweile die Landeskoordination für die Vorarlberger Neos übernommen hat. Dabei war das Ganze nicht einmal geplant. Er sei Mitte Jänner aus purem Interesse auf eine Veranstaltung der Neos in Hohenems gegangen. Und habe sich dort mit Neo-Chef Matthias Strolz, den er noch aus Schulzeiten kennt, unterhalten: „Wir haben geredet – und das brachte den Stein ins Rollen.“

Zur Person

Gerald Loacker

Neos-Landeskoordinator

Geboren: 28. 11. 1973, Dornbirn

Ausbildung: Matura, Jus-Studium an der Uni Wien, Gerichtsjahr

Laufbahn: U.a. Wirtschaftskammer, dann im Personalwesen bei Rondo und Tridonic (je vier Jahre), seit fünf Jahren bei der Dornbirner Sparkasse.

Familie: ledig