Ein hartes Duell in Wien – und ein netter Slogan

Vorarlberg / 22.03.2013 • 21:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Infight. Selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlich scharfe Kritik übte FPÖ-Bundeschef HC Strache Mitte der Woche an ÖVP-Klubobmann Karl-Heinz Kopf. Der Altacher Kopf hatte in Sachen Spekulationsverbot zuvor kritisiert, dass auf das Wort der Freiheitlichen kein Verlass sei. Wobei sich freilich auch Kopf kein Blatt vor den Mund nahm. „Die FPÖ aber ist nun wortbrüchig und hält die Zusagen nicht ein“, polterte der schwarze Klubchef, „mit Ihnen, Herr Strache, ist kein Staat zu machen.“ Die Reaktion des Freiheitlichen? Die FPÖ habe „solch schäbig, mies und unehrlich handelnden Herrschaften wie Kopf niemals eine Zusage zu diesem nicht optimalen Gesetzesvorschlag gegeben.“ Von Kopf selbst ist keine Reaktion überliefert, ÖVP-Finanzsprecher Günter Stummvoll empfahl Strache allerdings trocken, „die Nerven nicht wegzuschmeißen“ – trotz aller Schwierigkeiten in Kärnten. Gute Freunde werden Strache und Kopf vermutlich keine mehr.

Gebrüder. Nachdem Siegfried Allgäuer, der Bruder des Landtagsabgeordneten Daniel Allgäuer, zum neuen Kommunal-Referenten der Vorarlberger Freiheitlichen aufgestiegen ist, haben die beiden hinter den Kulissen einen neuen Spitznamen weg – sie werden Landhaus-intern spaßeshalber nur noch als „die Ländle-Scheuchs“ bezeichnet. Daniel Allgäuer ist aber auch in anderer Hinsicht derzeit Thema hinter den Kulissen der Politik. So gilt Vorarlbergs größter Landwirt bei mehreren Politikern bereits als potenzieller Nachfolger von Parteichef Dieter Egger – freilich nur unter der Bedingung, dass die Freiheitlichen bei der Landtagswahl 2014 abstürzen und nicht in die Landesregierung zurückkehren.

Verschreiber. Wie die VN berichteten, haben sich die Landtagsparteien auf die Landtags- und Demokratiereform geeinigt, in deren Rahmen parlamentarische Untersuchungskommissionen zum Minderheitenrecht werden. Die Einigung kam überraschend. Trotzdem war die ÖVP von vornherein mit einer guten Portion Optimismus in die Verhandlung gegangen – und hatte in der Sitzung eine bereits vorab verfasste Presseerklärung im Namen aller Beteiligten zur Diskussion vorgelegt. In besagter Presseerklärung, von Klubdirektor Jochen Weber verfasst und von Klubchef Roland Frühstück gegengelesen aber fehlte just ein Name: Der von SPÖ-Klubobmann Michael Ritsch. Dem Sozialdemokraten fiel dies freilich gleich auf, Weber und Frühstück sagten gleichzeitig „upps“, – konnten sich ein Lachen aber nicht verkneifen, ob des Verschreibers im Freud’schen Sinne. Denn Ritsch trägt die Reform zwar mit, ist mit dem Erreichten aber nicht zufrieden – und äußerte auch öffentlich Kritik an dem „Minimalkompromiss“, der da erzielt worden sei. Der Fehler wurde trotzdem korrigiert, Ritschs Name dann in die endgültige Presse­erklärung aufgenommen.

BauernSlogan. Auf der Homepage des Bauernbundes Vorarlberg scheint selbstredend auch der Slogan des Bauernbundes auf. Und dieser Slogan ist, vorsichtig ausgedrückt, grammatikalisch recht interessant, lautet er doch: „Bauern ist Leben.“ Wem’s gefällt. . .

Zitate der Woche

Während in Wien gestritten wird, wird in Vorarlberg gearbeitet.

Dieter Egger, FPÖ-Chef

Mit dem Umfallen der FPÖ ist das Ende der Fahnenstange erreicht, nun muss Plan B kommen.

LH Markus Wallner
in Sachen Spekulationsverbot

Der Markt funktioniert schon lange nicht mehr. Da muss eingegriffen werden.

Johannes Rauch, Grünen-Chef

Ich habe mir vorgenommen, durch Leistung zu überzeugen, mich zu zeigen und keinesfalls ein Jammerlappen zu sein.

Ramazan Özcan,
Torhüter bei FC Ingolstadt 04