Ein Medizinstudium in heimischen Gefilden

Vorarlberg / 22.03.2013 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Landeskrankenhaus Feldkirch gilt als erste Adresse für eine mögliche Medizin-Universität. Foto: Vn
Das Landeskrankenhaus Feldkirch gilt als erste Adresse für eine mögliche Medizin-Universität. Foto: Vn

Pläne für eine private Medizin-Universität stecken bereits in Machbarkeitsprüfung.

Feldkirch. Es ist mehr als nur eine Vision. Die Pläne zur Einrichtung einer medizinischen Privat-Universität in Vorarlberg stecken bereits in einer konkreten Machbarkeitsprüfung. Laut VN-Recherchen könnten die ersten Vorarlbergerinnen und Vorarlberger schon im Oktober 2014 mit einem Medizinstudium in heimischen Gefilden beginnen.

Als heißeste Standort-Aktie wird das Landeskrankenhaus Feldkirch gehandelt. Als Räumlichkeiten im Gespräch sind der Panoramasaal sowie die Rotkreuz-Zentrale, die ja bekanntlich demnächst umgesiedelt wird. Fast schon fertig ist der Studienplan, also das Curriculum, in Vorbereitung der Akkreditierungsantrag, der beim Wissenschaftsministerium eingereicht werden muss.

Konzentriertes Angebot

Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard räumte auf Nachfrage ein, dass derzeit entsprechende Erhebungen laufen. Diese betreffen die Finanzierung, die Rekrutierung von Lehrpersonal sowie Hörsäle. Die Option, im Umfeld des LKH Feldkirch eine solche Uni zu etablieren, lässt auch Bernhard gelten, zumal Feldkirch seit Langem über den Status eines Akademischen Lehrkrankenhauses verfügt. Zudem bringen viele Ärzte die Voraussetzungen für eine Lehrtätigkeit mit. So befinden sich unter den derzeitigen Primarärzten sechs Professoren und zwölf Dozenten. Auch einige Oberärzte tragen den Dozenten-Titel.

Was Christian Bernhard ebenfalls bestätigt, ist, dass er keine „Riesen-Universität mit vielen Bereichen“ will. „Es geht mir einzig um die Medizinerausbildung. Da brauchen wir Leute“, betont er. Und wenn, dann soll das Angebot auf einen Punkt konzentriert werden. Eine definitive Entscheidung kündigte Bernhard gegenüber den VN für Herbst an.

Stipendienmodell in Planung

Tatsächlich laufen bereits seit mehr als einem halben Jahr intensive Gespräche zu dieser Thematik auf allen Ebenen. Auch relevante Einrichtungen wie etwa die Universität Innsbruck sind in die Beratungen eingebunden. Ebenfalls in Planung ist ein Stipendienmodell. Denn private Universitäten sind teuer. Doch man wolle im Land allen den Zugang ermöglichen, heißt es von verschiedensten Seiten. Bei den Studenten selbst soll der Fokus klar auf dem heimischen Nachwuchs liegen. Angetan von der Aussicht, vielleicht bald Studenten unterrichten zu können, sind dem Vernehmen nach auch die Mediziner im LKH Feldkirch.

Über die Zulassung einer privaten Medizinuniversität muss das Wissenschaftsministerium entscheiden. Dort zuständig ist der sogenannte Akkreditierungsrat.

Nur noch wenige Chancen werden – nach dem Scheitern der Pläne in Lochau – einer allgemeinen Privat-Universität eingeräumt. Aber ganz vom Tisch ist die Sache nicht. Immerhin hat FPÖ-Landtagsvizepräsident Ernst Hagen unlängst die Marktgemeinde Lustenau als Standort neu ins Spiel gebracht, und auch Feldkirch soll diesbezüglich nicht untätig sein.

Es geht mir einzig um die Medizinerausbildung. Da brauchen wir Leute.

christian bernhard