Angeklagt: Im WC vergewaltigt

Vorarlberg / 24.03.2013 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Betrunkener Obdachloser soll jungen Mann in Bludenz missbraucht haben.

Feldkirch. (ec) Der 48-jährige Angeklagte sitzt in U-Haft. In der Vergangenheit fiel er bereits mehrmals wegen seiner sexuellen Entgleisungen auf. Allerdings waren die bisherigen Verurteilungen harmloserer Natur. Es ging um „sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen“. Am Donnerstag beschäftigt der Vorwurf der Vergewaltigung den Schöffensenat des Landesgerichts Feldkirch. Vor einiger Zeit war der Prozess bereits anberaumt, da aber ein Schöffe fehlte, musste vertagt werden. Nun ist für kommenden Donnerstag unter dem Vorsitz von Richter Peter Mück der zweite Anlauf geplant.

Kurioser Fall

Am 18. Dezember vergangenen Jahres soll der Angeklagte ein dringendes Bedürfnis verspürt haben. Es war kurz nach 20 Uhr und bereits stockdunkel. Im Außenbereich des Klosters Sankt Peter in Bludenz befindet sich ein öffentliches WC. Dieses suchte der 48-Jährige auf. Ein junger Bursch soll sich um den schmächtigen, betrunkenen Obdachlosen gesorgt und ihn deshalb begleitet haben. In der WC-Anlage habe der Alkoholiker diese Hilfsbereitschaft ausgenutzt, plötzlich die Türe zugesperrt, dem Burschen die Hose runtergezogen und ihn vergewaltigt – so der Vorwurf. Bei bisherigen Einvernahmen gab der Mann laut Anklage offenbar an, es sei zunächst alles „einvernehmlich“ gewesen, plötzlich habe der Junge nicht mehr gewollt.

Hohe Strafdrohung

Kann der Staatsanwalt den Schöffensenat von der Schuld des Mannes überzeugen, droht dem Beschuldigten eine Strafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Der Beschuldigte gilt als fromm und geht angeblich täglich in die Kirche. Ebenso bekannt ist allerdings, dass er gerne zu tief ins Glas schaut. Dann hat er seine Triebe offenbar nicht mehr so ganz unter Kontrolle. Sowohl der Beschuldigte als auch der 18-jährige Belastungszeuge werden ihre Versionen nochmals schildern müssen. Dann entscheidet der Senat, welcher Darstellung er mehr Glauben schenkt. Im Zweifel muss er den Beschuldigten nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ vom Vorwurf dieses Verbrechens freisprechen.