Bregenzer machen für Stadtbus mobil

Vorarlberg / 25.03.2013 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Unterschriftenaktion für den Stadtbus: Ingo Lechner und Mitstreiter wollen den alten Fahrplan zurück. Foto: VN/Hofmeister
Unterschriftenaktion für den Stadtbus: Ingo Lechner und Mitstreiter wollen den alten Fahrplan zurück. Foto: VN/Hofmeister

Bürger starten Unterschriftenaktion, für die Stadt überwiegen die Vorteile.

Bregenz. (VN-ger) Seit dem 9. Dezember brodelt es in der Landeshauptstadt. Denn der Fahrplanwechsel liegt den Bregenzer Stadtbusfahrgästen mitunter schwer im Magen. Im VN-Bürgerforum ist das Thema ein Dauerbrenner. Mit einer Unterschriftenaktion machen nun die Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Stadtbus“ mobil: Sie fordern die Wiedereinführung der gestrichenen Haltestellen und des alten Fahrplans.

Sechs Personen sind seit vergangener Woche aktiv im Sammeleinsatz. Zudem liegen die Listen in drei Geschäften auf – im Friseursalon Perfect in der Thumbstraße, im Spar-Markt in der Landstraße und in der Kinderboutique Bambini in der Kaiserstraße. Das erklärte Ziel von Initiator Ingo Lechner: mindestens 1000 Unterschriften. „Eine Frau ist mir am Samstag vor Freude über unsere Aktion fast um den Hals gefallen“, erzählt Lechner, dem die Aktion trotz „Knochenarbeit“ ein „Herzensanliegen“ ist. Der Initiative angeschlossen hat sich Siegi Gugele. Die Bregenzerin arbeitet im Sozialzentrum Weidach. Dreimal in der Woche werden dort Aktivitäten für Senioren aus der Umgebung angeboten. „Mir ist aufgefallen, dass seit der Umstellung einige Leute nicht mehr kommen“, nennt sie einen Hauptgrund für ihren Einsatz.

„Vorteile überwiegen“

Für Vizebürgermeister Gernot Kiermayr als zuständigen Ressortleiter überwiegen weiterhin die Vorteile. „Bisher wurden die Synergien von Stadt- und Landbus nicht genutzt. Mit der Umstellung ist uns das gelungen“, verweist er auf die damit verbundenen Kosteneinsparungen. Auch sei die Pünktlichkeit der Busse gestiegen, da durch die Umstellungen eine Beschleunigung stattgefunden habe.

Unterschriftenaktion

Gründe, die laut Bürgerinitiative „Pro Stadtbus“ für die Wiedereinführung der gestrichenen Haltestellen und des alten Fahrplans sprechen:

» Die Stadt spart durch die Streichung der Haltestellen oder Verlegung der Linien nichts ein.

» Die Pünktlichkeit an der Endhaltestelle Bahnhof hat sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Durch die Streichung sollten im Weidach vier Minuten gewonnen werden – tatsächlich wurde aber der ganze Fahrplan um mehr als zehn Minuten verschoben, sodass die Busse jetzt später am Bahnhof ankommen als vorher, was die Anschlüsse erschwert.

» Eine deutliche Verschlechterung der Lage älterer und behinderter Menschen – insbesondere im Winter bei ungeräumten Gehsteigen.

» Benachteiligung von ganzen Stadtvierteln durch die Streichung der Stadtbushaltestellen oder Verlegung der Linien.

» Extreme Verschlechterung des Stadtbusplanes durch kompliziertes Umsteigen (insbesondere am Bahnhof).

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