Die Regierungskoalition mit vertauschten Rollen

Vorarlberg / 25.03.2013 • 20:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Neuer starker Mann in Liechtenstein ist der bisherige Polizeichef Adrian Hasler.

vaduz. Der 48-jährige Hasler führt eine Koalition aus den Großparteien Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) und Vaterländische Union (VU) an. Somit werden die Rollen vertauscht, nachdem die VU die vergangenen vier Jahre die starke Partei in der Regierungskoalition mit der FBP war.

VU als Juniorpartner

Die FBP ist nach den Parlamentswahlen im Februar die neue dominierende Kraft in der fünfköpfigen fürstlichen Regierung. Sie hat Anspruch auf das Amt des Regierungschefs sowie auf zwei Regierungssitze. Die VU muss sich mit der Rolle des Juniorpartners abfinden. Die Partei des zurücktretenden Regierungschefs Klaus Tschütscher erhält das Amt des stellvertretenden Regierungschefs und einen Regierungssitz. Regierungschef-Stellvertreter wird der 43-jährige Jurist und Treuhänder Thomas Zwiefelhofer.

Neben Hasler und Zwiefelhofer gehören zur Regierung die bisherige Außenministerin Aurelia Frick (FBP),
neu der Banker Mauro Pedrazzini (FBP) sowie neu die Kauffrau Marlies Amann-Marxer (VU). Morgen wird vom neu zusammengesetzten Parlament, dem 25-köpfigen ­Landtag, die Exekutive gewählt.

Die Neuauflage der großen Regierungskoalition ist keine Überraschung. Zwar sind erstmals vier Parteien ins Parlament gewählt worden, mit den „Die Unabhängigen“ (DU) eine Art Protestpartei. Doch die FBP entschied sich aus Gründen der Stabilität für den bewährten Partner VU.

Regierungskoalitionen der Großparteien FBP und VU haben jahrzehntelange Tradition im Fürstentum. Unterbrochen wurden sie nur zwei Mal, als die VU und die FBP für je vier Jahre eine Alleinregierung bildeten.