Die Wächter des Bodensees

Vorarlberg / 25.03.2013 • 22:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seepolizei-Chef Andreas Horb blickt der neuen Saison mit Vorfreude entgegen. Fotos: vn/steurer
Seepolizei-Chef Andreas Horb blickt der neuen Saison mit Vorfreude entgegen. Fotos: vn/steurer

Die Harder Seepolizei zieht Bilanz und ist schon für die neue Saison gerüstet.

hard. Seepolizei-Chef Andreas Horb blickt durch sein Fernglas und überwacht vom Polizeiboot aus das Gewässer. Hin und wieder tuckert ein kleines Boot vorbei. „Auch im Winter und sogar bei minus zehn Grad sind Fischer unterwegs“, sagt Horb. Noch geht es auf dem Bodensee friedlich zu. Mit dem Frühling und den längst ersehnten warmen Sonnenstrahlen werden auch die Hobby-Segler und Bootsbesitzer bald wieder ihre Runden auf dem Wasser drehen.

Tägliche Kontrollfahrten

„Normalerweise startet die Saison an Ostern beziehungsweiese Mitte April. An Spitzentagen tummeln sich im Sommer Tausende Schiffe auf dem Wasser“, berichtet Horb. Während der Hochsaison wird das Seepolizei-Personal aufgestockt. Die Beamten gehen dann täglich auf Patrouille. Sie „bewachen“ das Naturschutzgebiet und kontrollieren Boote sowie die Ausrüstungen und Zulassungen. „Wir legen besonderen Wert auf die Rettungsausrüsung“, sagt Horb und appelliert kurz vor Saisonstart an die Schiffseigner, nicht nur das Boot selbst flott zu machen, sondern gegebenenfalls auch die Ausrüstung zu erneuern. „Es sind immer wieder Leute mit überalteten Schwimmwesten unterwegs, welche sich nicht mehr richtig aufblasen.“ Wer ohne oder mit ungeeigneter Rettungsausrüstung unterwegs ist, muss übrigens 30 Euro Strafe zahlen. „Wer nicht genau weiß, was er alles braucht, kann es auf der letzten Seite des Zulassungsscheins nachlesen“, rät der Seepolizei-Chef. Im Vorjahr mussten die Beamten insgesamt 129 Schiffseigner anzeigen sowie 110 Strafzettel – hauptsächlich wegen den genannten Übertretungen – verteilen.

Die Seepolizisten sind aber natürlich nicht nur im Sommer und bei Sonnenschein unterwegs, sie rücken bei Wind und Wetter aus und führen Sturmwarnfahrten durch, eilen zu Unfallstellen und werden zu Seenot- und Gewässerschutzeinsätzen gerufen.

Bleibende Erinnerungen

2012 musste die Harder Seepolizei insgesamt 196 Mal ausrücken. „Das Berichtsjahr begann für uns gleich im Jänner mit einem traurigen Ereignis“, erzählt Horb und meint damit die beiden Hobbyfischer, die nach einem Sturm nicht mehr zurückkehrten. Zwei Monate später kam es erneut zu einem tragischen Unglück, als ein mit zwei Personen besetztes Kleinflugzeug in der Nähe der Bregenzerachmündung abstürzte und auf dem See zerschellte. Beide Insassen waren sofort tot. „Solche Unglücksfälle bleiben uns ewig in Erinnerung“, sagt Horb.

Im Zuständigkeitsbereich der Harder Seepolizei haben sich im Vorjahr 23 Schiffsunfälle ereignet. Während des Schiffsbetriebs selbst kam es zu keinen Unfällen mit Verletzungsfolgen.

Diebe unterwegs

Auf Trab halten die Beamten auch immer wieder Diebe. Horb gibt den Schiffseignern daher zum Saisonstart folgenden Rat mit auf den Weg: „Manche stehlen Treibstoff, andere haben es auf Angelruten und andere Wertgegenstände abgesehen. Es sollte also darauf geachtet werden, dass nichts im Boot liegen bleibt.“

Die Seepolizisten drehen bald wieder täglich ihre Runden.
Die Seepolizisten drehen bald wieder täglich ihre Runden.
Bootskontrollen stehen an.
Bootskontrollen stehen an.