Spanplatten stürzten auf Schüler

Vorarlberg / 25.03.2013 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Bub musste von der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden.
Der Bub musste von der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden.

Bezirksgericht spricht Kläger 4000 Euro Schmerzen- und Pflegegeld zu.

bregenz. (VN-mef) Das Bezirksgericht Bregenz hat einem 11-jährigen Bub und seinen Eltern nach einem Unfall in der Schule 4000 Euro Schmerzen- und Pflegegeld zugesprochen. Er hatte sich im Gang der Mittelschule beide Knöchel gebrochen, als mehrere Spanplatten umkippten und auf ihn stürzten.

Der Bursche hatte vor dem Musikzimmer auf seinen Trompetenlehrer gewartet und sich dabei nach eigenen Angaben an den Spanplatten abgestützt, die an einer Wand lehnten. Als er von einem Bein auf das andere hüpfen wollte, kippten die Platten plötzlich und „begruben“ den Schüler unter sich. Der Bub schrie um Hilfe und wurde wenig später vom Schulwart und dem Trompetenlehrer von der Last befreit. Von der Rettung wurde der 11-Jährige danach ins Krankenhaus gebracht.

Gefahrenquelle

Die Schule hat die Spanplatten wegen eines Spielefests beim Bauhof bestellt. Die Mitarbeiter stellten die Lieferung im Gang ab. Zusätzlich gesichert wurden die Platten nicht. Im Beweisverfahren musste geklärt werden, ob dabei die allgemeine Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde, indem eine nicht erkennbare Gefahrenquelle geschaffen wurde.

„Eine Gefahrenquelle ist noch so schnell geschaffen und erfordert entsprechende Absicherung und Beschilderung bzw. Kennzeichnung“, sagt Klagsvertreter Dieter Helbok. Die Verletzung dieser allgemeinen Verkehrssicherungspflichten führe immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Da in einer Schule damit zu rechnen sei, dass Kinder in den Gängen stehen bzw. laufen oder sich an Gegenständen anlehnen, hätten die Platten abgesichert werden müssen, hieß es in der Urteilsbegründung des Bezirksgerichts. Zudem könne man von einem 11-jährigen Schüler nicht erwarten, dass dieser erkennt, dass die Platten bei einer Berührung umfallen könnten.

Die Gemeinde haftet demzufolge zur Gänze für den beim Unfall erlittenen Schaden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Mittlerweile hat die Gemeinde Berufung eingelegt, da den Kläger ein gleichteiliges Mitverschulden treffe.