Wenn die Beerdigung zur Behördensache wird

Vorarlberg / 25.03.2013 • 20:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nicht immer haben Tote Angehörige, die um sie trauern und die Beerdigung organisieren und zahlen – dann springen Land und Gemeinden ein.
Nicht immer haben Tote Angehörige, die um sie trauern und die Beerdigung organisieren und zahlen – dann springen Land und Gemeinden ein.

Immer öfter kommt der Sozialfonds für Beerdigungskosten von Toten ohne Angehörige auf.

Schwarzach. Dem Tod wohnt ein Schrecken inne, dem sich niemand entziehen kann. Er führt vor Augen, dass das Leben vergänglich ist. Bei festlichen Trauerfeiern und Beerdigungen wird Abschied genommen und die Trauer zum Ausdruck gebracht. Doch nicht alle Toten haben Angehörige. Und damit auch niemanden, der für die Kosten der Beerdigung aufkommt, außer sie haben dafür vorgesorgt. Aber wer trägt in einem solchen Fall die Kosten, schließlich hat jeder Mensch das Recht auf eine letzte Ruhestätte? Der Sozialfonds des Landes. Dieser wird vom Land (60 Prozent) und den Gemeinden (40 Prozent) finanziert.

Rückerstattung aus Erbe

Konkrete Zahlen, wie viel Kosten dadurch entstehen, sind schwer zu eruieren. „Wir hatten im vergangenen Jahr Bestattungskosten von 90.000 Euro“, erklärt Wolfgang Meier von der Abteilung Gesellschaft und Soziales im Landhaus. Diese Summe sei jedoch viel höher, als die tatsächlichen Ausgaben: „Im Zuge der Verlassenschaften werden die vom Sozialfond übernommenen Bestattungskosten oft rückerstattet.“ Zum Teil müsse auch nur ein Teil der Kosten übernommen werden, weil ein Teil aus dem Nachlass finanziert wird.

Die Kosten für eine solche Beerdigung liegen je nach Gemeinde und Bestatter zwischen 2000 und 4000 Euro. Blumenschmuck, Musik und andere Extras gibt es nicht: Der Gesetzgeber sieht eine einfache Bestattung vor. Meistens wird der Leichnam eingeäschert und im Anschluss in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Ohne Gottesdienst. Ohne Trauerfeier. Die Zahl solcher stillen Beerdigungen ohne Angehörige wird immer höher, das bemerkt Bestattungs-Innungsmeister Peter Marent.

„Gerade im ländlichen Raum ist jedoch zu beobachten, dass Pflegeheime oft kleine Trauerfeiern für die Toten ohne Angehörige organisieren, bevor diese im Gemeinschaftsgrab beigesetzt werden“, erzählt der Montafoner und freut sich über dieses Engagement. Pflegeheime und Sachwalter seien es auch, die oft schon zu Lebzeiten ihrer Schützlinge ein Auge darauf werfen, dass Geld für die Beerdigung auf die Seite gelegt wird.

Mindestsicherung

Generell hat der Tote selbst bzw. dessen Angehörige für die Kosten der Bestattung aufzukommen. Sollten sowohl der Verstorbene als auch dessen Angehörige – sofern es welche gibt – über keine finanziellen Mittel verfügen, springt das Land als Träger der Mindestsicherung ein. Auch dann, wenn der Verstorbene zuvor noch nie Mindestsicherung bezogen hat.

Es gibt immer mehr stille Beerdigungen ohne Angehörige.

Peter Marent, Bestatter