Grünes Licht für dereinst umstrittenen Schutzbau

Vorarlberg / 26.03.2013 • 22:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Klösterle wird sicherer: Behörde bewilligt Schutzdamm im berüchtigten Wäldletobel.

Klösterle, Bludenz. Was lange währt, wird endlich gut. Nach einem zweijährigen Prozess und einer Diskussion zwischen Vertretern des Naturschutzes und Befürwortern erteilte die Bezirksbehörde Bludenz dem Bau von Schutzmaßnahmen im Quellgebiet des Wäldletobels in Klösterle ihre Zustimmung. Dies bestätigte Dietmar Keckeis von der Abteilung Wirtschaft und Umweltschutz auf Anfrage der VN. Gemäß der bestehenden Naturschutzverordnung sei die EU-Kommission darüber informiert worden. Der Hintergrund dafür: Die Bauarbeiten werden zum Teil in einem als „Natura 2000“-Gebiet ausgewiesenen Gebiet durchgeführt. Das Tobel gilt seit dem 11. Juli 2010 unter Wildbachverbauern als „unberechenbare Gefahrenquelle“ und hatte damals für Angst und Schrecken unter den Bewohnern von Klösterle gesorgt.

Mure verschüttete 26 Objekte

Nach einem heftigen Unwetter hatte sich eine riesige Mure mit rund 30.000 Kubikmetern durch das Tobel gewälzt und hatte für verheerende Schäden gesorgt. Damals waren 26 Eigenheime und Objekte von der Gesteins­lawine schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie durch ein Wunder war niemand zu Schaden gekommen. Weil sich nach Schätzung von Geologen im Quellbereich des Bachs immer noch „ein Vielfaches“ der zu Tal gedonnerten Mure befindet, wurde unmittelbar nach dem Schreckensereignis der Ruf nach Verbauung immer lauter.

Zufahrtsstraße als Streitpunkt

Neben Bürgern von Klösterle mit Gemeindechef Dietmar Tschohl (44) an der Spitze traten auch Experten wie Martin Jenni von der Wildbach- und Lawinenverbauung für rasche Schutzbauten ein. Als Streit- und Knackpunkt in den Verhandlungen entpuppte sich der geplante Bau einer Zufahrtsstraße zur künftigen Baustelle durch ein als „Natura 2000“-Gebiet ausgewiesenes Gebiet (Grafik). Naturschutzanwältin Katharina Lins, für die der Wegebau einen schweren Eingriff darstellt und Vogelbrutstätten bedroht, hatte als Alternative den Bau einer Zufahrtsstraße über Lech vorgeschlagen.

„Ornithologische Bauaufsicht“

Weil in der Folge Gutachter zum Schluss kamen, „dass eine Zufahrt über den Arlberg wegen drohenden Lawinengefahren sowie unvorhergesehene Wintereinbrüche kaum machbar ist“, einigten sich Naturschützer und Land auf einen Kompromiss, der eine ganze Reihe von Auflagen beinhaltet. Neben einer Ausweitung des „Natura 2000“-Gebiets um 5000 Quadratmeter ist beispielsweise auch die Ausweisung sogenannter „Naturwaldzellen“ vorgesehen. Darüber hinaus, so Martin Jenni als Projektleiter bei der Wildbach- und Lawinenverbauung, werde „eine ornithologische Bauaufsicht“ die Arbeiten begleiten. Der Startschuss für die Arbeiten in zwei Etappen werde unter Rücksichtnahme auf Vogelbrutzeiten im Juli starten. Jenni geht davon aus, dass zwischen Juli und September der Zufahrtsweg errichtet werden kann. Im Juli 2014 soll mit dem Bau des sogenannten Geschiebeauffangbeckens begonnen werden. ##Anton Walser##

Wir werden mit dem Schutzbau Anfang Juli starten.

Martin Jenni, Wildbach

Fakten zum Bau

Vorarlbergs Wildbachverbauer starten durch

» Investition: 1,3 Millionen Euro

» Bau in zwei Etappen: Juli 2013 und Juli 2014 (jeweils rund 3 Monate)

» Fertigstellung: Herbst 2014

» Länge der Zufahrtsstraße: rund
850 Meter