Jung-Grüne und der „schwule Jesus“

Vorarlberg / 26.03.2013 • 22:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
FPÖ-Chef Dieter Egger (r.) empört sich, Grünen-Chef Johannes Rauch hingegen sieht die Sache lockerer. Foto: vn/steurer
FPÖ-Chef Dieter Egger (r.) empört sich, Grünen-Chef Johannes Rauch hingegen sieht die Sache lockerer. Foto: vn/steurer

Inserate, die angeblich als Satire gedacht waren, sorgen für Aufregung in der Karwoche.

schwarzach. (VN-mm) Ausgerechnet in der Karwoche sorgen die Jung-Grünen in Vorarlberg für höchste Aufregung. Stein des Anstoßes sind zwei Inserate, in denen Jesus als schwul bezeichnet und Dr. Karl Lueger mit dem Slogan „Antisemitismus ist ein Wert aus Österreich“ dargestellt wird. Erschienen sind sie in der Zeitung „Wieso“ zwar schon im vergangenen Herbst, doch erst jetzt entlädt sich die Empörung darüber vornehmlich auf Seiten der FPÖ.

FPÖ ortet „Verhetzung“

Einmal mehr würden die Grünen mit geschmacklosen Äußerungen beweisen, dass sie eine feste Verankerung im linksextremistischen Eck hätten, meint etwa der freiheitliche Generalsekretär Harald Vilimsky. Vorarlbergs freiheitlicher Klubobmann Dieter Egger ortet gar eine „Verhetzung von Christen und Österreichern“, wie er gegenüber VOL.AT erklärte. Grünen-Chef Johannes Rauch wiegelt ab. „Wenn Egger mit freiem Auge nicht erkennt, dass es sich dabei um eine Satire-Zeitung handelt, dann soll er die Feststellung, dass dem so ist, dem Gericht übertragen und einfach eine Anzeige einbringen.“ Die Wahlniederlagen der FPÖ in Kärnten und Niederösterreich, mutmaßt Rauch, führten offenbar zu Panik­attacken und dem Versuch, Skandale zu konstruieren, wo keine sind.

Dieter Egger hatte auf seiner Facebook-Seite gepostet: „Junge Grüne beleidigen und verhetzen Christen und Österreicher, doch die Medien und die Justiz schweigen! Schwuler Jesus und Inserat ‚Antisemitismus ist ein Wert aus Österreich‘ – das überschreitet weit die Grenze des Akzeptablen!“ Es hätten sich mehrere Personen über die Zeitung der Jungen Grünen Vorarlberg (Wieso Nr. 2), welche vor einem Gymnasium in Dornbirn an Schüler verteilt worden sei, zu Recht aufgeregt. Egger: „Die Jugend darf überspitzen und auch mal provozieren, doch diese Darstellung geht weit über das zulässige Maß hinaus.”

Keine Einflussnahme

Herausgeber Daniel Heim erklärt auf VOL.AT-Anfrage: „Das Inserat ist als Satire zu verstehen, der ,schwule Jesus‘ war eine Aktionsform.“ Auf die publizierten Inhalte nimmt Johannes Rauch laut eigenen Angaben keinen Einfluss. „Die Jungen Grünen lassen sich weder von mir und schon gar nicht von der FPÖ vorschreiben, was sie dürfen und was nicht. Und das ist gut so“, betont er. Im Übrigen sei das, was die Jungen Grünen machen, im Vergleich zu den Worten und Werken der alten Blauen von ausgesuchter Harmlosigkeit. Von Seiten der ÖVP gab es noch keine Reaktion.

Karl Lueger als Antisemit.
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Jesus wird als Homo dargestellt.
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