Mutter lebt in Todesangst vor dem eigenen Sohn

Vorarlberg / 26.03.2013 • 22:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Mutter kam unter Polizeischutz zum Gericht. Foto: vn/steurer
Die Mutter kam unter Polizeischutz zum Gericht. Foto: vn/steurer

21-Jähriger soll seine Mutter mehrfach mit dem Umbringen bedroht haben.

Christiane Eckert

feldkirch. Am Landesgericht Feldkirch hätte sich gestern ein 21-jähriger Bursch verantworten sollen. Zum einen wird ihm vorgeworfen, rund 300 Gramm Marihuana von einem Dealer gekauft zu haben. Zum anderen, und das ist das gravierendere Problem, soll er seine Mutter mehrfach mit dem Umbringen bedroht haben. Der junge Mann macht zurzeit eine Drogentherapie und hat vor dem Prozess noch bei Gericht angerufen. Er wollte, dass seine Mutter kommt und ihre Anschuldigungen bezüglich der Todesdrohungen persönlich wiederholt. Er selbst versicherte, er werde erscheinen. Die Mutter kam, der Sohnemann nicht.

Schutz vor dem eigenen Sohn

Das Opfer, das mittlerweile ins nahe gelegene Ausland gezogen ist, schildert seine Ängste. „Ich traue mich nicht mehr nach Vorarlberg und habe Angst, mein eigenes Haus zu betreten“, so die Oberländerin. Die Frau hat selbst eine betagte Mutter, die sie weiterhin betreuen will. Der rabiate Sohn versetzt die Zeugin offenbar so in Angst, dass sie nur unter Polizeischutz bereit war, ins Gericht zu kommen. „Die Schutzmaßnahmen sind hier sicherlich angebracht“, schätzt auch Richter Richard Gschwenter den Mann als gefährlich ein. Auch der Richter fürchtete, dass die Situation eskalieren könnte. Immerhin sprach der Bursche angeblich wiederholt davon, dass er „einen Schlussstrich ziehen“ und „abrechnen“ werde.

Nun wird ein neuer Prozesstermin festgesetzt. Die Mutter muss nicht mehr erscheinen. „Ich will, dass die Sache endlich einmal erledigt ist“, hofft sie auf ein Ende der nervenaufreibenden Familienstreitigkeiten. Zu ihrem Sohn will sie angesichts der Umstände keinen Kontakt mehr.

Ich traue mich nicht mehr nach Vorarlberg und habe Angst, mein eigenes Haus zu betreten.

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