„Geschmacklos und auch unappetitlich“

Vorarlberg / 27.03.2013 • 21:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gestern äußerte sich nun auch die ÖVP zur „Inseraten-Affäre“ der Jung-Grünen.

Bregenz. (VN-mm) Zwei Inserate der Vorarlberger JungGrünen in deren Zeitung, die Jesus als Schwulen darstellen und Karl Lueger in eine antisemitische Ecke rücken, sorgen derzeit für Wirbel (die VN berichteten). Die ÖVP sagte zu diesem ausgerechnet in der Karwoche von der FPÖ aufgewärmten Thema nichts. Bis gestern. Da machte sich Klubobmann Roland Frühstück sogar die Mühe, aus Rom anzurufen, wo er die letzten Tage mit seiner Familie verbrachte. Als „geschmacklos und unappetitlich“ bezeichnet er die Darstellungen. „Selbst, wenn es sich dabei tatsächlich um eine Satire handeln sollte“, so Frühstück.

Klare Position gefordert

Als „nicht toll“ bewertet er auch die Haltung von Grünen-Chef Johannes Rauch, dem er ankreidet, sich auf die Jungen hinauszureden. „Er sollte eine klare Position beziehen“, meint Roland Frühstück. Rauch hatte bekanntlich argumentiert, die Jungen Grünen seien eine eigenständige Organisation. Auf die publizierten Inhalte in der Zeitung „WIESO“ würde die Partei keinerlei Einfluss nehmen. Es sei gut, wenn sich die Jugend nicht vorschreiben lasse, was sie tun dürfe und was nicht. „Andererseits“, mutmaßt Frühstück, „hätte die FPÖ etwas Ähnliches gemacht, hätten die Grünen wohl ebenso drastisch reagiert.“

Was die barschen Aussagen der Freiheitlichen angeht „hofft“ der ÖVP-Klubchef, dass die Bekanntmachung der bereits im vergangenen Herbst veröffentlichten Inserate just zu Ostern „nicht auch eine gezielte Aktion war“.

Die Haltung der ÖVP zur leidigen Causa skizziert Roland Frühstück indes wie folgt: „Weder mit dem Glauben noch mit der Homosexualität darf gespielt werden.“

Landeshauptmann Markus Wallner war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar, da auf Skitour im Gebirge unterwegs. Er will sich aber heute zu dieser Geschichte äußern.