„Klar, so ein Haus füllt sich nicht von alleine“

Vorarlberg / 27.03.2013 • 21:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Stadtmanager Edgar Eller ist von einer „guten Auslastung“ des Montforthauses überzeugt.

feldkirch. Seit fünf Jahren zeichnet der gebürtige Deutsche nun für das Stadtmarketing in Feldkirch verantwortlich. Vom neuen Montforthaus, dessen Geschicke er ebenfalls leitet, erwartet sich der 39-Jährige starke Impulse für die Stadtentwicklung.

Das neue Montforthaus wird Ende 2014 stehen. Laufen denn die Vorbereitungen für den Betrieb schon und gibt es bereits fixierte Termine?

Eller: Im Prinzip läuft die Akquise schon, ja. Wir waren bereits im letzten Jahr auf Messen und haben zahlreiche Vorgespräche geführt. Terminreservierungen gibt es auch schon. Seit Mitte März ist die Veranstaltungsakquise voll angelaufen. Große Kongresse wird es zu Beginn sicher noch nicht geben, da diese üblicherweise eine Vorlaufzeit von vier Jahren haben. Jedoch haben 95 Prozent aller Veranstaltungen nur eine Vorlaufzeit von unter zwei Jahren. Und da wir jetzt die Termine ab Mai 2015 fix vergeben, haben wir noch jede Menge Luft.

Wie schätzen Sie das Konkurrenzverhältnis zum Bregenzer Festspielhaus, dem Kulturhaus Dornbirn und der Kulturbühne AMBACH in Götzis ein?

Eller: Im Nahmarkt gibt es natürlich eine Konkurrenz. Wenn zum Beispiel die Wirtschaftskammer eine Tagung mit 300 Leuten machen will, können sie diese sowohl in Bregenz als auch in Götzis oder eben in Feldkirch machen. Aber letztlich ist die Tatsache, dass es in der Region mehrere hochwertige Häuser gibt, für uns alle nur ein Vorteil. Da entsteht eine Sogwirkung. Inhaltlich werden wir sicher in der gleichen Liga spielen wie das Festspielhaus, wir sind halt kleiner. Letztlich bin ich aber felsenfest überzeugt, dass sich unser Haus am Markt positionieren wird.

Ist der Kongressmarkt denn nicht zu klein für eine Auslastung mehrerer Häuser in der Region?

Eller: Nein, das denke ich nicht. Der Markt ist groß und wächst. Klar, so ein Haus füllt sich nicht von alleine, aber aufgrund der Rahmenbedingungen sehe ich sehr positiv in die Zukunft. Die Region Vorarlberg bietet alle Parameter für den Geschäftstourismus der Zukunft.

Welche Impulse erwarten Sie sich für die Stadtentwicklung?

Eller: Wir wissen, dass ein Kongressgast ungefähr doppelt so viel ausgibt wie ein normaler Tourist. Das Haus wird deshalb auf alle Fälle die Umwegrentabilität für die Hotellerie, die Gastronomie und natürlich auch für den Handel stärken – Letzteres vor allem deshalb, weil das Haus so zentral liegt. Das andere sind die gesellschaftlichen Impulse, die wir mit spannenden Veranstaltungen, etwa im Kulturbereich, auslösen können. Ich verweise da nur auf die ArtDesign. Da sind Kreative in der Stadt, da passiert Vernetzung. Das tut dieser Stadt gut.

Wo werden denn die Schwerpunkte im kulturellen Bereich gesetzt, was für Veranstaltungen sind geplant?

Eller: Das Haus wurde als Kultur- und Kongresshaus konzipiert. Und im Bereich Kultur wird der Fokus ganz klar auf der Musik liegen. Der große Saal spielt akustisch alle Stückchen. Wie der musikalische Schwerpunkt letztendlich inhaltlich ausschauen wird, das gilt es jetzt gemeinsam mit der Stadt abzuklären.

Hat man vor, eine Art Montforthaus-Abo aufzulegen – ähnlich wie an der Kulturbühne Götzis?

Eller: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. So eine Sache können wir dann machen, wenn wir fünf verschiedene Kulturveranstalter haben, die regelmäßig etwas machen. Aber dazu müssen erst einmal Verträge unterzeichnet sein.

Wissen Sie, wie es mit dem Feldkirch Festival weitergeht?

Eller: Es gibt ein Bekenntnis der Stadt zu einem neuen musikalischen Schwerpunkt im neuen Montforthaus. Es gibt aber noch keine Entscheidung darüber, ob das jetzt ein klassisches Festival, eine Veranstaltungsreihe oder was anderes sein wird. Da lässt sich die Stadt noch Zeit. Und das ist gut, denn so etwas muss wachsen.

Inhaltlich spielen wir in der gleichen Liga wie das Festspielhaus.

Edgar Eller

Zur Person

Edgar Eller

ist Geschäftsführer des neuen Montforthauses sowie der Stadtmarketing und Tourismus Feldkirch GmbH

Geboren: 18. November 1973

Ausbildung: Gymnasium und Abitur in Lindau (D), Universitätsstudium für Freizeitwissenschaft und Tourismuswirtschaft

Familie: verheiratet, zwei Kinder